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Alamannen (Alemannen)

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Autorin: Gudrun Schnekenburger | Stand: 31.12.2011

Die 289 n.Chr. erstmals genannten Alamannen erscheinen in römischen Quellen als Gegner der Römer im heutigen Südwestdeutschland. Archäologische Funde zeigen, dass die mit dem neuen Namen benannten Germanengruppen vorwiegend aus dem Einzugsgebiet der Elbe stammten. Das um 260 n.Chr. von den Römern aufgegebene Gebiet zwischen Rhein und Limes wurde von Norden nach Süden und vom limesnahen Gebiet aus von Alamannen besiedelt. Raub- und Plünderungszüge im 3.–5. Jahrhundert in römisches Reichsgebiet führten auch durch das Rheintal nach Oberitalien. Das zeigen Zerstörungsschichten in Siedlungen, der Rückzug auf Höhensiedlungen und Schatzfunde in Liechtenstein (→ Völkerwanderung). Um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert wurde der Rhein-Iller-Donau-Limes als römischer Grenzschutz gegen die Alamannen errichtet und in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts verstärkt. Zu diesem Ausbau gehört das römische Kastell in Schaan.

Mit den Niederlagen gegen den fränkischen König Chlodwig bei Zülpich (496/97 und 505/06) verloren die Alamannen ihre Unabhängigkeit. Die Oberschicht suchte Schutz in burgundischem und ostgotischem Gebiet, das damals bis ins bayerische Voralpenland reichte. Das alamannische Südwestdeutschland wurde unter der Führung von Herzögen dem Fränkischen Reich eingegliedert. 537 wurde das inneralpine Gebiet und das rätische Voralpenland in den fränkischen Machtbereich einbezogen. Danach kam es unter fränkischem Einfluss zur Ansiedlung von Alamannen südlich von Rhein und Bodensee (→ Alamannenareale). Der Integration des romanischen Gebiets südlich und des alamannischen nördlich von Rhein und Bodensee diente die Gründung des Bistums Konstanz um 600. Das 7. Jahrhundert war geprägt von Beziehungen der Alamannen zu den Langobarden in Italien. Der Karolinger Pippin schaltete die alamannische Führungsschicht auf dem Cannstatter Gerichtstag 746 aus. Danach wurde Alamannien als Grafschaft ins Karolingerreich einbezogen.

Literatur

  • Margarita Primas et al.: Wartau – Ur- und frühgeschichtliche Siedlungen und Brandopferplatz im Alpenrheintal (Kanton St. Gallen, Schweiz), Bd. 1 Frühmittelalter und römische Epoche, Bonn 2001.
  • Die Alamannen, Ausstellungskatalog, hg. vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg, Stuttgart 1997.
  • Hans-Jörg Kellner: Das Kastell Schaan und die Spätzeit der römischen Herrschaft, in: Archäologie im Fürstentum Liechtenstein, Basel 1978 (= Helvetia Archaeologica 9, Heft 34/36), S. 187–201.
  • Rudolf Degen: Liechtenstein zwischen Spätantike und Mittelalter, in: Archäologie im Fürstentum Liechtenstein, Basel 1978 (= Helvetia Archaeologica 9, Heft 34/36), S. 202–222.

Zitierweise

Gudrun Schnekenburger, «Alamannen (Alemannen)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Alamannen_(Alemannen), abgerufen am 20.2.2019.