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Alpabfahrt

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Autor: Alois Ospelt | Stand: 31.12.2011

Als Alpabfahrt oder Alpabtrieb wird die Überführung des Viehs von den Alpweiden in die tiefer gelegenen Heimbetriebe der Berg- oder Talbauern bezeichnet. Die Alpabfahrt ist zeitlich bestimmt durch Kälteeinbrüche und rückläufiges Futterangebot im Herbst. Sie erfolgt unterschiedlich je nach Lage der Alp und Witterung Anfang September bis Anfang Oktober. Die Festlegung der Termine für den Viehauftrieb im Frühsommer und die Alpabfahrt ist bei gemeinschaftlichem Alpbetrieb Gegenstand alprechtlicher Nutzungsordnungen (→ Alprecht). Wenn der Alpsommer für Mensch und Tier ohne schwere Unfälle verlaufen ist, werden die Herden für die Alpabfahrt vielfach kunstvoll geschmückt. Den besten Milchkühen werden schöne und schwere Glocken umgehängt, verzierte Melkstühle als Kopfschmuck aufgesetzt und aus Holz gefertigte Alpabfahrtsherzen auf die Stirn gebunden. Letztere sind ein seit 1830 nachweisbarer, auf Liechtenstein beschränkter Brauch.

Literatur

  • Adulf Peter Goop, Günther Meier, Daniel Quaderer: Brauchtum Liechtenstein. Alte Bräuche und neue Sitten, hg. von Daniel Quaderer, Schaan 2005, S. 92.
  • Adulf Peter Goop: Brauchtum in Liechtenstein, Vaduz 1986, S. 166f.
  • Alexander Frick: Von Alpabfahrtsherzchen und weiteren religiösen Bräuchen auf unseren Alpen, in: Bergheimat. Jahresschrift des Liechtensteiner Alpenvereins, Schaan 1969, S. 45–74.
  • Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Liechtensteinischen Volksschulen, hg. vom Landesschulrat des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz 1955, S. 221–223.
  • David Beck: Alpwirtschaft und Alpbrauch in Liechtenstein, in: Schweizer Volkskunde, Jg. 45 (1955), Nr. 1, S. 33–41.

Zitierweise

Alois Ospelt, «Alpabfahrt», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Alpabfahrt, abgerufen am 23.2.2019.