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Bärgi (Bergle)

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Autor: Herbert Hilbe | Stand: 31.12.2011

Alp im Saminatal nordöstlich oberhalb von Steg, über dem Eingang ins Malbuntal, Gemeinde Triesenberg, 1500–2084 m ü.M., 96,1 ha, davon 26 ha produktive Weidefläche. In Urkunden auch als Stafiniel (zu arträteromanisch *staveliel kleiner Stafel, kleines Viehlager) oder Gansnerbergli bezeichnet. 1562 erstmals als Bärgi in der Form perglin (kleines Berggut) belegt.

1355 kam das Bärgi zusammen mit Grossstäg und einem Teil von Malbun als Erblehen des Kirchspiels Schaan an mehrere Walser von Triesenberg. 1562 wurde es Teil der Triesenberger Gemeindealpen, auf denen aber weiterhin Einzelsennerei betrieben wurde. Noch um 1878 befanden sich auf dem Bärgi elf Alphütten und Ställe. 1882, einige Jahre vor den anderen Triesenberger Alpen, wurde auf dem Bärgi die gemeinsame Sennerei eingeführt. Heute besteht nur mehr ein Gebäude. Auf Kuhalpung und Sennerei deutet die im Brandisischen Urbar (um 1509/17) erwähnte Pflicht zur Abgabe des Vogelmolkens hin (1 Viertel Schmalz und 5 Käse). Galt das Bärgi in den Alpstatuten von 1867 noch als Kuhalp, wurden schon 1928 nur mehr 65 Rinder gesömmert. Im 20. Jahrhundert diente das Bärgi v.a. als Galtviehalp und teilweise als Schafalp, blieb aber in der zweiten Jahrhunderthälfte häufig leer. Die maximale Bestossung des seit dem Jahrhundertende teilweise zusammen mit der Alp Garsälli bewirtschafteten Bärgi ist seit 1997 auf 25 Grossvieheinheiten eingeschätzt. Das Bärgi verfügt über keine Zufahrtsstrasse.

Archive

  • Gemeindearchiv Triesenberg (GATb).

Quellen

LUB I/4, 55–66, 273, 314, 429.

Literatur

  • Hans Stricker, Toni Banzer, Herbert Hilbe: Liechtensteiner Namenbuch, Teil I: Die Orts- und Flurnamen des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2: Triesenberg, Vaduz, Schaan, Vaduz 1999 (FLNB I/2), 24f.
  • Sibylle Laternser: Die Besitzgeschichte der bewirtschafteten Alpen im Fürstentum Liechtenstein, Vaduz 1985, S. 125.
  • Hippolyt Ludwig von Klenze: Die Alpwirthschaft im Fürstenthume Liechtenstein, ihre Anfänge, Entwicklung und gegenwärtiger Zustand. Eine Skizze landwirthschaftlichen Musterbetriebes, Stuttgart 1879, hier S. 37, 47, 108–122.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Herbert Hilbe, «Bärgi (Bergle)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Bärgi_(Bergle), abgerufen am 22.2.2019.