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Barmherzige Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams

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Autor: Franz Näscher | Stand: 31.12.2011

Katholische Schwesternkongregation. Am 29.11.1633 begannen Vinzenz von Paul und Louise de Marillac in Paris die Ausbildung der ersten «Töchter der christlichen Liebe». Im selben Geist vereinigte Dekan Nikolaus Tolentin Schuler in Zams (Tirol) 1811 die ersten Mädchen für den Dienst an den Armen und an der Jugend. So entstand die «Kongregation der Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams», die seit 1835 nach der Regel der «Töchter der christlichen Liebe» lebt. Die Zamser Schwestern entfalteten eine bahnbrechende Tätigkeit in der Schulbildung sowie in der Armen- und Krankenpflege.

In Liechtenstein begann ihre Tätigkeit an der Volksschule in Vaduz (1846–1976); es folgten Tätigkeiten an den Volksschulen der Gemeinden Schaan (1853–1968), Balzers (1868–1979), Triesenberg (1871–1951), Eschen (1872– 1952), Triesen (1872–1970), Planken (1882–87), Mauren (1888–1954) und Ruggell (1926–76). In der Regel führten sie die Mädchenklassen, in Mauren auch die Nähschule. In den Gemeinden Schaan (1881–1972), Balzers (1887–1993), Vaduz (1894–1974), Triesen (1895–1976), Mauren (1921–54), Eschen (1933–52) und Ruggell (1952–76) waren die Zamser Schwestern in den Kindergärten eingesetzt.

Auch die Bürgerheime und das Krankenhaus Liechtensteins standen unter der Leitung der Barmherzigen Schwestern: 1871–1973 war dies in Schaan, 1872–1983 in Triesen, 1877–1954 in Mauren, 1892–1988 in Vaduz und 1904–52 in Eschen der Fall.

Aus Liechtenstein sind 43 Frauen als Barmherzige Schwestern in Zams eingetreten. Zu ihnen gehörten Konstantia Hasler, Maxentia Rheinberger und Eberharda Risch.

Archive

  • Archiv des Mutterhauses in Zams.

Quellen

  • Jakob Falk: Schaaner Heimatbuch 1. Folge: Chronik der Volksschule Schaan. Vergangenes und Gegenwärtiges aus der Schulgeschichte der Volksschule Schaan, Schaan 1976, S. 157–159.

Literatur

  • Herbert Oehri: Vereinshaus und Kleinkinderschule 1912–2003, hg. von der Gemeinde Mauren, Mauren 2003, S. 97–100.
  • Vogt: Balzers 2, 1996, 132–140.
  • Georg Meier: Cantate Domino. 125 Jahre Gesangverein Kirchenchor Eschen. Vaduz 1996, S. 406f.
  • Toni Banzer: Vätterlischual – Ein Blick zurück, in: Vor Vätterlischual zum Kindergarta. 100 Jahre Kindergarten Triesen 1895–1995, Triesen 1995, S. 11–30, hier S. 16–22.
  • Josef Büchel: Geschichte der Gemeinde Triesen, hg. von der Gemeinde Triesen, Bd. 2, Triesen 1989, S. 610, 840.
  • Herbert Kind: Schulgeschichte von 1806 bis heute, Ruggell 1989, S. 18, 36–38.
  • Graham Martin: Das Bildungswesen des Fürstentums Liechtenstein. Nationale und internationale Elemente im Bildungssystem eines europäischen Kleinstaates, Zürich/Sabe 1984, S. 284–290.
  • Jakob Falk: Schaaner Heimatbuch 1. Folge: Chronik der Volksschule Schaan. Vergangenes und Gegenwärtiges aus der Schulgeschichte der Volksschule Schaan, Schaan 1976, S. 18, 73f.
  • Graham Martin: Liechtensteiner Pädagogen im Ausland, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 67 (1967), S. 111–180, hier S. 125–132.
  • Engelbert Bucher: Schulchronik Triesenberg, Triesenberg 1964, S. 22–27.
  • M. Gerner: Die Barmherzigen Schwestern aus Zams in Eschen von 1872 bis 1952, Ms. 1994 [GAE].
  • Liechtensteiner Volksblatt, 30.12.1997.

Zitierweise

Franz Näscher, «Barmherzige Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Barmherzige_Schwestern_des_heiligen_Vinzenz_von_Paul_in_Zams, abgerufen am 22.2.2019.

Medien

Triesner Schulkinder mit einer Zamser Schwester in der alten Tracht, 1906 (GAT). Die aufwendigen Hauben wurden später durch schlichte, weisse Schleier ersetzt.