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Barock

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Autorin: Roswitha Feger-Risch | Stand: 31.12.2011

Die Stilepoche des Barocks wird zeitlich von 1580 bis Mitte 18. Jahrhundert eingegrenzt. Absolutismus und Gegenreformation fanden ihren Ausdruck im Stil des Barocks. Im Gebiet Liechtensteins entfaltete sich eine vergleichsweise rege Bautätigkeit. In Triesenberg wurden 1767–68 die Pfarrkirche St. Josef (1938 abgerissen) und das Pfarrhaus gebaut. Kapellen entstanden in Triesenberg und in Eschen, 1614 in Ruggell (St. Fridolin), 1639 in Nendeln (St. Sebastian und Rochus) und 1768 in Planken (St. Josef). Die um 1716 errichtete Kapelle Maria zum Trost auf Dux in Schaan ist vollständig in ländlichem barockem Stil erhalten. Die Kapelle Maria-Hilf in Mäls (Gemeinde Balzers) erfuhr 1720 einen weitgehenden Umbau. Die Kapelle St. Florin in Vaduz wurde bereits um 1600 mit reicher Stuckdekoration ausgestattet und 1662 verlängert. In Vaduz prägen bis heute der 1786 spätbarock umgestaltete Gasthof «Löwen» sowie die ehemalige herrschaftliche Taverne (heute Teil des Liechtensteinischen Landesmuseums) das Ortsbild. In Schaan erstellten die Fürsten von Liechtenstein einen Gutshof (→Gamanderhof), der im 20. Jahrhundert einige Umbauten erfuhr, im Wesentlichen aber als barocker Bau erhalten ist. Die Grafen von Hohenems legten beim Schloss Vaduz einen barocken Schlossgarten an. Im 17. Jahrhundert wurden mit den Feldkircher Bildschnitzern Erasmus Kern und Ignaz Joseph Bin die ersten regionalen Künstlerpersönlichkeiten fassbar. Einige barocke Altäre aus Liechtenstein, darunter der geschnitzte Hochaltar der Pfarrkirche St. Martin in Eschen von Kern, sind erst Anfang des 20. Jahrhunderts ins Ausland verkauft worden. In der Sammlung Ferdinand Nigg befindet sich eine Madonna aus Schellenberg (Anfang 18. Jahrhundert). Dem Feldkircher Maler Johann Georg Clessin zugeschrieben ist das Fastentuch von Bendern (1612), heute in der Sammlung des Liechtensteinischen Landesmuseums. Dort sind ausserdem die Augsburger Goldschmiedearbeit einer Monstranz aus Schaan (um 1700) erhalten sowie die Augsburger Silberschmiedearbeit einer Monstranzengarnitur aus Vaduz.

Literatur

  • Cornelia Herrmann: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2: Das Oberland, Bern 2007 (=Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Neue Ausgabe, Bd. 122).
  • Castellani: Schloss Vaduz, 1993.
  • Norbert Hasler: Kulturgut aus Liechtenstein – abgewandert oder verloren, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 93 (1993), S. 403–420, hier S. 410–420.
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1950 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Sonderband).

Zitierweise

Roswitha Feger-Risch, «Barock», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Barock, abgerufen am 23.2.2019.

Medien

Hochaltar der ehemaligen Kapelle St. Sebastian und Rochus in Nendeln von Ignaz Joseph Bin, konsekriert 1686 (Bildarchiv LLM). Der Altar ist heute nur noch in Fragmenten erhalten.