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Beck, David

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Autor: Fabian Frommelt | Stand: 31.12.2011

Archäologe, Volkskundler. *10.5.1893 Triesenberg, †21.5.1966 Vaduz, von Triesenberg. Sohn des Bauern, Stickers und Baumeisters Gottlieb und der Maria, geb. Bühler; acht Geschwister.  5.6.1924 Emma Ospelt aus Vaduz (*16.9.1899, †9.11.1974), sieben Kinder.

Nach der Volksschule in der elterlichen Landwirtschaft tätig, 1915–19 Lehrerseminar in Feldkirch. 1919–38 Volksschullehrer in Triesenberg, 1938–61 in Vaduz (Ebenholz); 1945 Oberlehrer, 1946–58 Präsident des liechtensteinischen Lehrervereins. 1923–38 Organist und Kirchenchordirigent in Triesenberg, später an der Kirche St. Josef im Ebenholz.

In seiner Freizeit widmete sich Beck der Volkskunde und der Archäologie, besonders der Ur- und Frühgeschichte. Er beteiligte sich an der internationalen Walserforschung mit historischen, volks-, familien- und namenkundlichen Arbeiten zu seiner Heimatgemeinde Triesenberg, etwa zu den Hauszeichen, den Alprechtshölzern (→ «Beigla») oder zum Walserdialekt. Zudem dokumentierte er die Dorfleute und ihre Lebensweise fotografisch.

In den 1930er Jahren beteiligte sich Beck an den von Adolf Hild geleiteten archäologische Ausgrabungen auf Gutenberg, dem Borscht und dem Lutzengüetle. Für die Ur- und Frühgeschichte begeistert, besuchte er ab 1938 universitäre Fachkurse der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte und beteiligte sich an Ausgrabungen in der Schweiz. Ab 1942 leitete Beck einen Grossteil der archäologischen Grabungen in Liechtenstein, v.a. am Eschnerberg: 1942–45 auf dem Lutzengüetle, 1946 und 1953–55 auf dem Malanser, 1947–51 auf dem Borscht sowie 1949–51 auf dem Schneller. 1956–58 grub er das spätrömische Kastell und die Kapelle St. Peter in Schaan aus. 1960–64 führte Beck Grabungs- und Konservierungsarbeiten an der Oberen Burg Schellenberg durch. Seine letzten Grabungen galten 1962–63 dem Krüppel oberhalb von Schaan und 1964 der Kapelle St. Maria in Triesen. Beck gilt als «Vater» der liechtensteinischen Archäologie.

Seine Grabungen, die Beck regelmässig in Vorträgen und Publikationen vorstellte, waren grundlegend nicht nur für die Kenntnis der liechtensteinischen Geschichte, sie fanden auch in der ausländischen Fachwelt Beachtung und Anerkennung. 1954 wurde Beck korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt a.M., 1956 Mitglied des permanenten Komitees der Union Internationale des Sciences préhistoriques, 1958 Ehrenmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 1963 verlieh ihm die Universität Basel das Ehrendoktorat.

Ab 1919 war Beck Mitglied des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, dessen Tätigkeit er während Jahrzehnten mitprägte. Nach seiner Wahl in den Vereinsvorstand 1930 amtete er 1931–55 als Kassier. Mit der vereinseigenen Sammlung, deren Konservator er ab 1955 war, richtete er 1953–54 gemeinsam mit Anton Frommelt im Gebäude der Liechtensteinische Landesbank in Vaduz das Liechtensteinische Landesmuseum ein. Als nebenamtlicher Museumsleiter präsentierte Beck u.a. herausragende archäologische Einzelfunde sowie die Sonderausstellungen «Altes Kulturgut der Heimat» (1960) und «Fürst und Fürstenhaus» (1965–66). 1955–66 war Beck Vorsitzender des Historischen Vereins. Die Liebe zur Archäologie kennzeichnete seine Präsidentschaft. In seiner Amtszeit unterstützte der Historische Verein die Gründung des Walser Heimatmuseums in Triesenberg (1961) sowie die Errichtung einer Liechtensteinischen Landesbibliothek und eines öffentlich zugänglichen Landesarchivs (1961). 1960–61 liess der Verein durch das Phonogrammarchiv der Universität Zürich Tonaufnahmen der liechtensteinischen Dialekte erstellen und beteiligte sich ab 1964 am Vorarlberger Sprachatlas. Beck war langjähriger Redaktor des Jahrbuchs des Vereins sowie dessen Vertreter in der liechtensteinischen Naturschutzkommission.

Becks Engagement erstreckte sich auf weitere Felder des öffentlichen Lebens: 1934 war er Gründungsmitglied und erster Präsident des Verkehrsvereins Triesenberg, 1949 Mitbegründer des Liechtensteinischen Alpenvereins, dessen Jahresschrift «Bergheimat» er 1951–61 redigierte. 1935–48 hatte Beck Einsitz im Liechtensteinischen Staatsgerichtshof und 1942–57 im Gemeinderat von Vaduz.

In Liechtenstein wurde Beck mit der Ehrenmitgliedschaft im Lehrerverein, im Alpenverein und in der Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft sowie 1963 mit dem Titel «Fürstlicher Studienrat» geehrt.

Literatur

Zitierweise

Fabian Frommelt, «Beck, David», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Beck,_David, abgerufen am 21.4.2019.

Medien

David Beck bei Ausgrabungen an der Oberen Burg Schellenberg, um 1953 (LI LA). Foto: Walter Wachter, Schaan.

Normdaten

GND: 1044915536