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Befreiungskriege

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Autor: Gerhard Wanner | Stand: 31.12.2011

Die militärische Katastrophe der «Grossen Armee» Napoleons in Russland 1812 entflammte den Widerstand der alliierten Staaten (v.a. Preussen, Russland, Schweden, Österreich) gegen die in den Koalitionskriegen (1792–1809) über Europa ausgebreitete französische Fremdherrschaft. Diese wurde in den Befreiungskriegen nach 1813–15 beseitigt und auf dem Wiener Kongress 1815 durch ein System des europäischen Mächtegleichgewichts ersetzt.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 brach die napoleonische Herrschaft zusammen, worauf sich der Rheinbund, dem Liechtenstein angehörte, auflöste. Am 7.12.1813 garantierte der österreichische Kaiser Franz I. dem Fürsten Johann I. von Liechtenstein vertraglich die liechtensteinische Souveränität, die auch von den übrigen Grossmächten anerkannt wurde. Für die Fortsetzung des Feldzugs gegen Napoleon in Frankreich stellte Liechtenstein den Alliierten ein Kontingent von 80 Mann, das vertraglich in den Militärkörper des Grossherzogtum Baden integriert und mit badischen Gewehren und Uniformen ausgerüstet wurde (→Militär). Es rückte im Februar 1814 nach Karlsruhe aus und kehrte im Juli nach Liechtenstein zurück, ohne in Kampfhandlungen verwickelt worden zu sein. Als Napoleon im März 1815 von seinem Verbannungsort, der Insel Elba, nach Frankreich zurückkehrte, begann der Krieg erneut. Liechtenstein musste wiederum Lebensmittel liefern und ein Kontingent von 80 Mann stellen, das sich ohne Verluste von Mai bis November 1815 im Einsatz befand. Die gesamte Kriegsbeteiligung kostete das arg verschuldete Land rund 35 000 Gulden.

Literatur

Malin: Geschichte, 1953, 158–169; Quaderer: Contingent, 1991, 7–47.

Zitierweise

Gerhard Wanner, «Befreiungskriege», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Befreiungskriege, abgerufen am 19.2.2019.