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Beigla

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Autor: Josef Eberle | Stand: 31.12.2011

Beigla sind Alprechtshölzer, die bis 1868 den Genossenschaftsbesitz der Triesenberger Maiensässe Gross- und Chleistäg (→Steg) sowie Silum regelten. Name Beigla von alemannischen beiala (Einschnitt, Rune, Marke). Im Unterschied zu den Gemeindealpen besitzen die Eigentümer der Genossenschaftsalpen unterschiedlich viele, frei übertrag- und verkaufbare Anteile am Weide- und Holznutzungsertrag (Weiderechte). Diese waren auf den kantig geschnitzten, bis 20 cm langen, 3–4 cm breiten und 1–2 cm dicken, z.T. verzierten und mit dem Hauszeichen des jeweiligen Besitzers versehenen Beigla verzeichnet. Ein ganzer Querstrich entsprach einem Anteil, ein halber Querstrich einem halben, ein punktartiger Einschnitt («Stupf») einem Viertelanteil. Die Hölzer wurden, an einer Schnur aufgereiht, in einer Lade in der Sakristei der Pfarrkirche aufbewahrt. Eigentumsveränderungen durften nur im Beisein von Pfarrer, Richter (Gemeindevorsteher), Kirchenpfleger und wohl auch Geschworenen sowie Alpvögten eingeschnitzt werden. 1868 wurden die Beigla durch schriftliche Verzeichnisse ersetzt. Nur die Beigla der «Alpgenossenschaft Grosssteg» sind erhalten, sie befinden sich im Walser Heimatmuseum Triesenberg und im Liechtensteinischen Landesmuseum.

Literatur

Zitierweise

Josef Eberle, «Beigla», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Beigla, abgerufen am 20.4.2019.

Medien

Die Beigla der «Alpgenossenschaft Grosssteg» (Bildarchiv LLM).