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Beneš (Benes, Benesch, Beness), Edvard (Eduard)

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Autoren: Peter Geiger, Rupert Quaderer | Stand: 31.12.2011

Tschechoslowakischer Politiker. *28.5.1884 Kožlany (CZ), †3.9.1948 Sezimovo Ústí (CZ). 1918 Mitbegründer der Tschechoslowakei, 1918–35 deren Aussenminister (1921–22 zugleich Ministerpräsident), 1935–38 Präsident. Beneš trat nach der erzwungenen Abtretung des Sudetenlands an Deutschland im Oktober 1938 (Münchner Abkommen) zurück und ging ins Exil. 1940–48 war Beneš erneut Präsident (1940–45 stand er der tschechoslowakischen Exilregierung vor). Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Liechtenstein in der Frage der Bodenreform in der Tschechoslowakei (Teilenteignung des Fürstenhauses) kontaktiert. Beneš war aber zu keinen Konzessionen gegenüber Liechtenstein bereit und lehnte auch alle Vermittlungsvorschläge von Bundesrat Giuseppe Motta ab. 1938 sandte Präsident Beneš einen Vertreter zum Begräbnis von Fürst Franz I. nach Feldsberg, ebenso kondolierte er dem neuen Fürsten Franz Josef II. und der liechtensteinischen Regierung. 1945 liess Beneš die deutsche Bevölkerung aus der Tschechoslowakei vertreiben und ihren Besitz enteignen (Beneš-Dekrete). Dies fand auch auf alle dort gelegenen Besitzungen liechtensteinischer Staatsangehöriger (betroffen war v.a. das Fürstenhaus) Anwendung, ohne Rücksicht darauf, dass diese Bürger eines neutralen Staats waren.

Literatur

Zitierweise

Peter Geiger, Rupert Quaderer, «Beneš (Benes, Benesch, Beness), Edvard (Eduard)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Beneš_(Benes,_Benesch,_Beness),_Edvard_(Eduard), abgerufen am 22.4.2019.

Normdaten

GND: 118655450