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Bergstürze

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Autor: Gerhard Wanner | Stand: 31.12.2011

Im Gebiet von Triesenberg zwischen Silum und dem Badtobel (Triesen) befindet sich ein Bergsturzareal von rund 5 km2 und einem Volumen von rund 400 Mio. m3. Es zählt zu den 20 grössten Bergsturzsystemen der Alpen. Das Grossereignis fand vor 9500–14 000 Jahren statt. Die komplexen Vorgänge wie Bergstürze., Rutschungen, Sackungen, Block- und Schuttströme hatten zwei Hauptursachen: Die weichen, schiefrigen Flysch-Gesteine um Triesenberg sind als Unterlage wenig stabil, die Kalke und Dolomite der Kulmregion stark zerklüftet. Durch hohlkehlenartige Rückwitterung der Unterlage verloren die hervorstehenden Kalke nach dem Abschmelzen des Rheintalgletschers (→Eiszeiten) ihren Halt. Die abstürzenden und abgleitenden Felsmassen verringerten die Kammhöhe des Kulms um bis zu 250 m. Auf einen Bergsturz in diesem Gebiet bezieht sich die Sage vom Untergang von Trisuna.

Kleinere, bis zu 500 m lange nacheiszeitliche Trümmerströme finden sich am Sarojasattel (Planken) sowie im Gebiet des Plankner und Triesenberger Garselli. Rutschgebiete von Gesteinen und Moränenmaterial gibt es im Vordervalorsch: Die ausgedehnte Grundmoräne der Würmeiszeit hat durch die Erosionstätigkeit der Samina ihren Halt verloren.

Literatur

  • Franz Allemann: Die Bergstürze von Triesenberg, in: Festgabe für Alexander Frick zum 75. Geburtstag, hg. und red. von Robert Allgäuer, Schaan 1985, S. 1–28.

Zitierweise

Gerhard Wanner, «Bergstürze», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Bergstürze, abgerufen am 21.4.2019.