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Brügler von Herkulesberg, Johann Thomas Romarich

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Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Landvogt. * um 1640 vermutlich in Freiburg i.Br. (D), letzte Erwähnung 1696 in Laibach (Ljubljana, Slowenien). Sohn des aus dem Oberelsass stammenden österreichischen Regimentsrats Johann Christoph Brügler. Ab 1651 Studium der Artes liberales und der Rechte in Freiburg i.Br., vor 1665 Dr. iur. 1665 in Rothenburg ob der Tauber nachweisbar, wo er zum Protestantismus konvertierte; später wieder katholisch. 1677 Aufenthalt in Chur, 1678 in St. Gallen, Feldkirch und Bludenz. Adelsprädikat «von Herkulesberg» ab 1678 belegt.

Von Brügler war von Januar bis August 1679 Vaduzer Landvogt. Am 10.1.1679 schlichtete er einen Steuerstreit des Klosters St. Johann im Thurtal mit den Gemeinden Schaan, Vaduz und am Eschnerberg. Von März bis Mai führte er in der Grafschaft Vaduz Hexenprozesse durch, die 20 Hinrichtungen zur Folge hatten. Seine unrechtmässige Prozessführung stiess auf den Widerstand der Untertanen und der Geistlichkeit. Einer drohenden Untersuchung entzog er sich durch Flucht mit Frau und Kindern nach Chur.

Wohl zu Beginn der 1690er Jahre wurde von Brügler – nun Pfalzgraf – juristischer Ratgeber des Landeshauptmanns von Krain in Laibach, Fürst Johann Seyfried von Eggenberg. Von Brügler publizierte zahlreiche theologische und juristische Schriften in deutscher und lateinischer Sprache, u.a. 1691 ein Kurzlehrbuch zum Lehensrecht.

Literatur

Tschaikner: Hexen, 1998; K.H. Burmeister: Johann Romarich Brügler von Herkulesberg, in: JBL 106 (2007), 155–192.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Brügler von Herkulesberg, Johann Thomas Romarich», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Brügler_von_Herkulesberg,_Johann_Thomas_Romarich, abgerufen am 18.2.2019.