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Brandis, Wolfhart IV. von

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Autor: Dieter Stievermann | Stand: 31.12.2011

Landesherr. Erwähnt ab 1356, †1418. Sohn Wolfharts I. und der Agnes von Montfort-Feldkirch. Bruder Ulrich Thürings, Halbbruder Hartmanns IV. (II.) und Heinrichs V. (I.) von Werdenberg-Sargans-Vaduz.  Clementa von Thierstein. Vater Wolfharts V.

Nach dem Tod des Vaters 1371 traten Wolfhart IV. und Ulrich Thüring das Erbe im Emmental (Herrschaft Brandis, Vogtei über Trub usw.) sowie die bischöflich-konstanzischen Pfandschaften an. Gemeinsam mit seinem Bruder kaufte er 1375 eine Geldrente der Stadt Bern, in deren Burgrecht er 1376 eintrat. Von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Hauses wurden Verwandtschaftsbeziehungen und Erbansprüche über seine in erster Ehe mit Graf Hartmann III. (I.) von Werdenberg-Sargans-Vaduz verheiratete Mutter. Spätestens 1395 zog er die 1391 an Ulrich Thüring verpfändete Herrschaft Blumenegg an sich. 1398 wurde Blumenegg dem Stiefbruder Hartmann IV. (II.) von Werdenberg-Sargans-Vaduz als Leibgeding eingeräumt, doch verpfändete dieser 1399 die Grafschaft Vaduz an Wolfhart IV. und Ulrich Thüring, wie wohl schon zuvor gemeinsam mit seinem 1397 verstorbenen Bruder Heinrich V. (I.) von Werdenberg-Sargans-Vaduz. Die Verpfändungen wurden nicht mehr rückgängig gemacht, 1401 und 1409 die Pfandsummen noch erhöht. Auch überliess Hartmann 1405 Wolfhart IV. die Einkünfte aus der Herrschaft Blumenegg; 1412 urkundete Hartmann noch einmal zugunsten von Wolfhart IV. und dessen Sohn Wolfhart V. betreffend Blumenegg (diesmal einschliesslich der Vogtei St. Gerold oder Friesen). Schliesslich veräusserte Hartmann 1416 den südlichen Teil des Eschnerbergs (bereits 1404 und 1409 verpfändet) an Wolfhart IV. So konnte dieser bis zu seinem Tod 1418 den Besitz des mütterlichen Vaduzer Hauses weitgehend an sich bringen und für seinen einzigen Erbsohn Wolfhart V. sichern.

Literatur

  • Peter Kaiser: Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein. Nebst Schilderungen aus Churrätien‘s Vorzeit, Chur 1847, neu hg. von Arthur Brunhart, Bd. 1: Text, Bd. 2: Apparat, Vaduz 1989.
  • Dieter Stievermann: Geschichte der Herrschaften Vaduz und Schellenberg zwischen Mittelalter und Neuzeit, in: Liechtenstein – Fürstliches Haus und staatliche Ordnung. Geschichtliche Grundlagen und moderne Perspektiven, hg. von Volker Press und Dietmar Willoweit, Vaduz/München/Wien 1987, 1988 S. 87–128, hier S. 94f.
  • Placid Bütler: Die Freiherren von Brandis, in: Jahrbuch für Schweizer Geschichte, Bd. 36 (1911), S. 1-151, hier S. 58–74.

Zitierweise

Dieter Stievermann, «Brandis, Wolfhart IV. von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Brandis,_Wolfhart_IV._von, abgerufen am 22.4.2019. Normdaten GND: 138723613