Brunhart (-Biedermann), Bernadette
Autorin: Kathrin Wolf | Stand: 24.11.2025
*5.8.1945 Schaan, von Schellenberg, seit 1972 von Balzers, aufgewachsen in Kalifornien (USA) und Schaan, wohnhaft in Balzers. Tochter des Kaufmanns Karl Gustav Biedermann und der Sophie, geb. König, 17 Geschwister, darunter der Priester Arnold (Halbbruder). ⚭ 18.11.1972 Hans Brunhart (*28.3.1945), Regierungschef, drei Kinder.
1951–1954 Grundschule in La Puente (Kalifornien) und Vättis (SG), 1954–1956 Volksschule in Schaan, 1957–1960 Realschule in Vaduz. 1960–1963 kaufmännische Lehre als erste Lehrtochter der Liechtensteinischen Landesverwaltung. 1974 Ausbildung zur Haushalts-Lehrmeisterin. 2005 Abschluss des Lehrgangs «Journalismus als Quereinsteiger» an der EB Zürich.
1963–1970 war Brunhart Sekretärin von Regierungschef Gerard Batliner und 1970–1972 von Regierungschef-Stellvertreter Walter Kieber; anschliessend arbeitete sie als Sekretärin der Liechtensteinischen Musikschule und 1994–2006 der von Hans Brunhart geleiteten ECAG Euroconsult AG, welche unter anderem von 1993–2006 das Liechtensteiner Europa-Symposium organisierte. 1995–2022 war sie ehrenamtliche Sekretärin der «Balzner Neujahrsblätter» und Autorin mehrerer Beiträge.
Brunhart war 1965 Mitbegründerin des ersten Liechtensteiner Jugendparlaments und eine der ersten weiblichen Delegierten in der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP). Ab Ende der 1960er-Jahre engagierte sie sich für die Einführung des Frauenstimmrechts in Liechtenstein. 1969 gründete sie zusammen mit Elfriede Winiger-Seger sowie weiteren gleichgesinnten Frauen und Männern das Komitee für das Frauenstimmrecht. Brunhart, deren Ehemann von 1978 bis 1993 liechtensteinischer Regierungschef war, betonte stets die Zusammenarbeit von Frauen und Männern, der politischen Parteien und der Regierung als Schlüssel zum Erfolg, der jedoch bis zur Einführung des Frauenstimmrechts 1984 auf sich warten liess. 2001 kandidierte Brunhart für die Vaterländische Union (VU) für den Landtag, 2005–2015 amtierte sie als Präsidentin der Senioren-Union.
Brunhart gehörte 1973–1988 der Kommission des kirchlichen Hilfswerks Liechtensteiner Fastenopfer an. Sie war 1987 Mitbegründerin der ersten Schwangerschaftsberatungsstelle in Liechtenstein, leitete von 1997 bis 2007 die Familienhilfe Balzers (seit 2010 Ehrenmitglied) und war Mitglied der Fürsorgekommission Balzers und des Stiftungsrats des Alters- und Pflegheims Schlossgarten in Balzers. Zudem arbeitete sie in verschiedenen sozialen Projekten wie der Ostaufbauhilfe von ambulanten sozialen Diensten und setzte sich für die Anerkennung älterer Menschen in der Gesellschaft ein. 2002 war sie Mitinitiantin des Seniorenmagazins «60plus», dessen Redaktion sie bis 2014 angehörte.
Archive
- Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein online (AeHLFL).
Literatur
- familienchronik.li, Verein Familienchronik Liechtensteiner Gemeinden.
- Christoph Maria Merki: Ein Jahrhundert Frauenerwerbsarbeit, Gamprin-Bendern 2023 (= Beiträge Liechtenstein-Institut, Bd. 53), S. 41–44.
- Claudia K. Lanter: Aufgewacht! Der dornige Weg zum Frauenwahlrecht in Liechtenstein, Triesen 2022.
- Roland Marxer: Biografische Notizen zu Hans Brunhart, in: Ein Bürger im Dienst für Staat und Wirtschaft. Festschrift zum 70. Geburtstag von Hans Brunhart, hg. von Mario Frick, Michael Ritter und Andrea Willi, Schaan 2015 (= Liechtenstein Politische Schriften, Bd. 56), S. 51–54.
Externe Links
- Eintrag zu Bernadette Brunhart (geb. Biedermann) auf Frauenarchiv.li.
Normdaten
GND: 1175308730
Zitierweise
Kathrin Wolf, «Brunhart (-Biedermann), Bernadette», Stand: 24.11.2025, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Brunhart_(-Biedermann),_Bernadette, abgerufen am 15.12.2025.