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Burggrafenamt

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Autor: Claudius Gurt | Stand: 31.12.2011

Das Amt eines in königlichem, bischöflichen oder landesherrlichen Dienst stehenden Burggrafen (praefectus, castellanus) konnte militärische, gerichtliche und administrative Aufgaben umfassen, die der meist adlige Amtsträger auf einer Burg, in einem Burgbezirk oder in einer Stadt wahrnahm. Als Burgverwalter entsprach seine Stellung derjenigen eines Burgvogts, der als Befehlshaber einer Burg die dazugehörigen Herrschaftsrechte ausübte und für die Instandhaltung, Ausstattung und Verteidigung der Burg verantwortlich war.

Für Liechtenstein findet sich ein allerdings allgemein gehaltener Hinweis auf das Amt eines Burggrafen 1368 für Gutenberg. Früheste Zeugnisse für das Amt des Burgvogts (Burgherr, -mann, -hüter) sind für Vaduz 1338 und Schellenberg 1391 überliefert. Die spätestens 1314 in den Besitz der Herzöge von Österreich gelangte und vorerst verpfändete Burg Gutenberg wurde wohl schon seit dieser Zeit, bestimmt jedoch seit der ca. 1460 erfolgten Auslösung von Burgvögten verwaltet.

Ob und inwieweit das im 18. und 19. Jahrhundert in den Rentamtsrechnungen aufscheinende Burggrafenamt in einem Zusammenhang mit dem mittelalterlichen Burggrafenamt steht, ist nicht geklärt.

Archive

LI LA.

Quellen

LUB I/3, 71–86; LUB I/5, 123–126, 581–585.

Literatur

J.B. Büchel: Gutenberg bei Balzers, in: JBL 14 (1914), 18–98, bes. 36; LexMA 2, 1048–1050.

Zitierweise

Claudius Gurt, «Burggrafenamt», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Burggrafenamt, abgerufen am 15.2.2019.