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Churrätisches Reichsgutsurbar

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Autor: Alois Niederstätter | Stand: 31.12.2011

Wahrscheinlich zwischen November 842 und Juli 843 zur Vorbereitung des Vertrags von Verdun (Reichsteilung zwischen Ludwig dem Deutschen, Lothar und Karl dem Kahlen) angelegtes Verzeichnis (→ Urbare) des Reichsguts in Churrätien sowie von Besitz des Klosters Pfäfers im Alpenrheintal und angrenzenden Gebieten. Das Churrätische Reichsgutsurbar ist von einzigartigem Quellenwert. Es ist fragmentarisch überliefert als Abschrift des Glarner Humanisten Aegidius Tschudi (1505–1572), dem eine Kopie des 10.–12. Jahrhunderts als Vorlage diente. Für das heute liechtensteinische Gebiet, das zusammen mit Werdenberg und Sargans, dem obersten Teil des Gasterlands und der Bündner Herrschaft als ministerium in planis einen Verwaltungs- und Gerichtssprengel bildete, werden – jeweils zum ersten Mal – die Orte Schaan (Scana, Scanaua, Schana), Balzers (Palazoles), Eschen (Essane) und Mäls (FL) oder Mels (SG) (Meilis) genannt.

Quellen

  • Liechtensteinisches Urkundenbuch, Teil I:, Von den Anfängen bis zum Tod Bischof Hartmanns von Werdenberg-Sargans-Vaduz 1416, Bd. 1: Aus dem bischöflichen Archiv zu Chur und aus dem Archiv Pfävers in St. Gallen, Vaduz 1975 (LUBI/1), S. 41–45.
  • Bündner Urkundebuch, Band 1: 390–1199, Chur 1955 (BUB 1), S. 375–396.

Literatur

  • Sebastian Grüninger: Grundherrschaft im frühmittelalterlichen Churrätien, Chur 2006, S. 162–189.
  • Otto Clavadetscher: Das Churrätische Reichsgutsurbar als Quelle zur Geschichte des Vertrags von Verdun, in: Zeitschrift für Rechtsgeschichte, Germanistische Abt. 70 (1953), S. 1–40.