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Denkmäler

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Autor: Markus Burgmeier | Stand: 31.12.2011

Denkmäler im engen Sinn sind zur Erinnerung an Personen oder an historische Ereignisse errichtete, künstlerisch gestaltete Objekte. Ihre Formen (Inschrifttafel, Grabstein, Büste, Statue, Monument, Gebäude usw.) und die verwendeten Materialien sind äusserst vielfältig. Die Errichtung von Denkmälern dient der Konstruktion bestimmter Geschichtsbilder und spiegelt Werthaltungen ihrer Schöpfer und Auftraggeber. Ein erweiterter Denkmalbegriff schliesst Kulturdenkmäler (Gegenstände oder Bauten, welche die Zeit überdauert haben und nun Zeugnisse menschlichen Geschichte sind) und Naturdenkmäler (→ Naturschutz) mit ein.

Zu den ältesten liechtensteinischen Kulturdenkmälern mit ausgesprochenem Erinnerungszweck dürfte der Totenschild Sigmunds II. von Brandis gehören (Anfang 16. Jahrhundert). Epitaphe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Schaan (Friedhofskapelle, alter Kirchturm) erinnern an dort tätig gewesene Geistliche. Zahlreich sind die Denkmäler zu Ehren von Mitgliedern der Fürstenfamilie, besonders zu Fürst Johann II. (vier Denkmäler, darunter 1898 das erste bekannte Denkmal im engen Sinn) und Fürst Franz Josef II. (drei Denkmäler). Weitere mit einem Denkmal geehrte Persönlichkeiten sind u. a. der Komponist Josef Gabriel Rheinberger (Vaduz, 1940), die Historiker Peter Kaiser (Mauren, 1955) und Johann Baptist Büchel (1853–1927) (Balzers, 1966) sowie der Chronist Johann Georg Helbert (Eschen, 1999).

Jubiläen in Erinnerung an den Erwerb der Herrschaft Schellenberg durch Fürst Johann Adam von Liechtenstein 1699 veranlassten mehrere Errichtungen von Denkmälern, u. a. in Schellenberg (1899, 1999) und in Schaanwald (1999). Weitere Ereignisse, deren mit Denkmälern gedacht wurde, sind u. a. die Schlacht bei Triesen 1499 (Triesen, Ende 19. Jahrhundert), die erste Huldigung der Herrschaft Schellenberg an das Fürstenhaus Liechtenstein von 1699 (Bendern, 1980), die Erlangung der staatlichen Souveränität 1806 (Schellenberg und Schaanwald, 2006), die Rheinkatastrophe von 1927 (Schaan, 1933), die Rotter-Entführung 1933 (Triesenberg, 2002) sowie die Anlage des Binnenkanals von 1931–43 (Bendern, 1943). Der Unterschutzstellung von Land, Volk und Fürst unter die Obhut der Muttergottes durch Fürst Franz Josef II. während des Zweiten Weltkriegs am 25.3.1940 sind Gedenktafeln in Schaan (1986) und Vaduz (1992) gewidmet. An den Liechtenstein-Besuch von Papst Johannes Paul II. vom 8.9.1985 erinnern u. a. eine Gedenkstätte in Eschen (1985–88) und eine Porträtstatue in Schaan (2006).

Zwei Besonderheiten unter den liechtensteinischen Denkmälern sind ein Wanderweg zu Ehren von Fürstin Georgine («Fürstin-Gina-Weg», Malbun, 1988) sowie ein Wegkreuz mit Inschrifttafel in Ruggell (2000), das weder an eine Person noch an ein Ereignis erinnert, sondern an die 1900 abgebrochene Fridolinskapelle.

Quellen

Liechtenstein 1938–1978, 1978; Liechtenstein 1978–1988, 1988; LVbl., 15.11.1999; LVbl., 16.10.2003; KuL, 28.5.2006; LVbl., 2.10.2006; LVbl., 24.8.2007.

Literatur

H. Wanger: Die Pfarrei Schaan-Planken in Geschichte und Gegenwart, 1991, 283; Eintracht 1992–; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007.

Zitierweise

Markus Burgmeier, «Denkmäler», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Denkmäler, abgerufen am 18.2.2019.

Medien

Fürst-Johann-Denkmal, Pfarrkirche Schaan (LI LA). Foto: Adolf Buck. Das 1932 von Gottfried Hilti, Schaan, geschaffene Denkmal spiegelt gesellschaftliche Ideale der Zeit.

Datei:Denkmäler.pdf

Denkmäler in Liechtenstein (tabellarische Übersicht)