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Einsiedeln

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Autor: Franz Näscher | Stand: 31.12.2011

Benediktinerabtei und Wallfahrtsort im Kanton Schwyz, ursprünglich bewohnt vom hl. Einsiedler Meinrad (†861). 934 wurden dort lebende Einsiedler in einem Benediktinerkloster vereinigt. 1704–18 Bau des jetzigen Barockklosters und 1719–35 der Kirche. Eine Marmortafel an der in der Klosterkirche stehenden Gnadenkapelle erinnert daran, dass Graf Kaspar von Hohemens 1632 die Marmorverblendung stiftete. 1996/97 schuf der liechtensteinische Künstler Georg Malin entsprechend der erneuerten Liturgie den frei stehenden Altar, den Ambo und den Tabernakel.

Ab dem 10. Jahrhundert gehörte zum Kloster Einsiedeln die Propstei St. Gerold im Grossen Walsertal (Vorarlberg). Deren weltliche Schirmvögte waren die Grafen von Werdenberg, die Freiherren von Brandis und die Grafen von Sulz als Regierer der Herrschaft Blumenegg, bis Letztere 1614 an die Abtei Weingarten verkauft wurde.

Seit dem Spätmittelalter ist die Wallfahrt nach Einsiedeln bekannt; in deren Mittelpunkt rückte allmählich das spätgotische Marien-Gnadenbild (schwarze Madonna). Auf dem Pilgerweg aus Vorarlberg, Tirol und Süddeutschland nach Einsiedeln, der zugleich Teil des Jakobswegs war, bildete Bendern eine Zwischenstation (zahlreiche Funde von Gnadenpfennigen). Auch für die liechtensteinischen Katholiken ist Einsiedeln seit Jahrhunderten als Wallfahrtsort von Bedeutung. 1924, 1926, 1934 und 1954 war Einsiedeln Ziel liechtensteinischer Landeswallfahrten.

Der einzige aus Liechtenstein (Balzers) stammende Konventuale, Pater Johannes Schreiber (1731–1805), wirkte als Pädagoge an der Stiftsschule und als Schriftsteller.

Literatur

HS III/1, 517–594; LVbl., 21.1.1997; LVa., 1.8.1998; W. Oechslin, A. Buschow Oechslin: Die Kunstdenkmäler des Kanton Schwyz, neue Ausgabe, Bd. 3.1: Das Benediktinerkloster Einsiedeln, 2003.

Zitierweise

Franz Näscher, «Einsiedeln», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Einsiedeln, abgerufen am 19.2.2019.