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Engländerbau

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Autorin: Cornelia Herrmann | Stand: 31.12.2011

Gebäude im Städtli in Vaduz, 458 m ü.M., 1933 von Architekt Erwin Hinderer als Geschäftsgebäude im Auftrag der Gesellschaft Mutualclub erbaut, eines englisch geführten Lotterieunternehmens, von dem sich der Name Engländerbau ableitet. Nach der Schliessung der Lotterie 1934 erlebte der Engländerbau eine wechselvolle Geschichte, u. a. beherbergte er zeitweilig eine Zahnfabrik. 1944 kaufte das Land Liechtenstein den Engländerbau und nutzte das 2. Obergeschoss ab 1952 für Ausstellungen von Exponaten aus den Fürstlichen Sammlungen, das 1. Obergeschoss ab 1969 nach einem Umbau für Ausstellungen von Exponaten aus den Staatlichen Kunstsammlungen. 1986–87 erfolgte eine Gesamtrenovation mit Umbau unter Beibehaltung der alten Bausubstanz. Der Engländerbau beherbergt seit 1952 das Verkehrsbüro/Liechtenstein Tourismus, seit 1957 das Postmuseum und seit 2002 den «Kunstraum Engländerbau» mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Das dreigeschossige Gebäude stellt ein Beispiel der frühen Moderne im Zentrum von Vaduz dar. Der mit senkrecht gestellten Travertinplatten verkleidete Stahlskelettbau ist gestuft an den Schlossfelsen angelehnt. Markant hebt sich ein als Lichtfang konzipierter Treppenhauszylinder vom langgestreckten Gesamtkomplex mit regelmässiger Fensterreihung ab. Die Fensteröffnungen der Obergeschosse sind seit 1988–89 mehrheitlich mit Füllelementen aus profilierten Blechplatten, entworfen von Bruno Kaufmann, geschlossen.

Literatur

  • Cornelia Herrmann: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2: Das Oberland, Bern 2007 (=Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Neue Ausgabe, Bd. 122), S. 307.

Zitierweise

Cornelia Herrmann, «Engländerbau», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Engländerbau, abgerufen am 21.4.2019.