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Eschnerberg

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Autor: Jürgen Schindler | Stand: 31.12.2011

Inselberg im Rheintal, 440–650 m ü.M. Der Eschnerberg erstreckt sich über rund 8 km von Bendern (Gemeinde Gamprin) im Südwesten bis nach Nofels (Feldkirch, Vorarlberg) im Nordosten. Auf liechtensteinischem Staatsgebiet – zu dem der Eschnerberg grösstenteils gehört – umfasst er Teile aller fünf Unterländer Gemeinden (Eschen, Gamprin, Mauren, Ruggell und Schellenberg) mit teils komplizierten Grenzverläufen. Die Nachbarschaften am Eschnerberg bildeten ab dem 15. Jahrhundert die Herrschaft Schellenberg. Im 15./16. Jahrhundert wurde die Bezeichnung «am Eschnerberg» synonym zu «Herrschaft Schellenberg» verwendet, etwa in der Wendung «Landammann am Eschnerberg». Mit seinen Hügelkuppen, den sanft auslaufenden, vorgelagerten Hügeln im Südosten und den schroff abfallenden Felsen im Nordosten (Gantenstein) prägt der Eschnerberg das Landschaftsbild des liechtensteinischen Unterlands. Geologisch gehört der Eschnerberg zur helvetischen Decke (Westalpen). An seiner Südostflanke befindet sich eine Hügellandschaft mit bis zu 1600 m langen, sich von Südwesten nach Nordosten hinziehenden Rücken. Hierbei handelt es sich um Drumlins, unter dem Gletschereis abgelagerte, gerundete Geschiebehügel.

Der Eschnerberg gehört zu den am frühesten besiedelten Orten in Liechtenstein; die Funde reichen in die mittlere Jungsteinzeit (ca. 4700–4000 v. Chr.) zurück. Auf seinen Hügelkuppen, Hochplateaus und Geländeeinschnitten befinden sich u.a. die archäologischen Fundorte Malanser und Schneller (Gemeinde Eschen), Kirchhügel Bendern und Lutzengüetle (Gemeinde Gamprin) sowie Borscht (Gemeinde Schellenberg).

Literatur

E. Schafhauser: Liechtensteins Eschnerberg im Schatten von fünf Jahrtausenden, 21964; J. Bill: Der Eschnerberg zur Jungsteinzeit, in: HA 9 (1978), 89–108; FLNB I/3; FLNB I/4; P. Gilgen: Unterlandschaft, 1999.

Zitierweise

Jürgen Schindler, «Eschnerberg», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Eschnerberg, abgerufen am 23.2.2019.