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Europäische Freihandelsassoziation (EFTA)

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Autorin: Sieglinde Gstöhl | Stand: 31.12.2011

Die EFTA wurde am 3.5.1960 als Reaktion auf die Schaffung der Europäischen Gemeinschaften (EG) von Dänemark, Grossbritannien, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz gegründet. Mit der «Stockholmer Konvention» schufen sie eine Freihandelszone für Industriegüter mit einem ministeriellen EFTA-Rat, Ausschüssen und einem Sekretariat in Genf. 1970 traten Island und 1986 Finnland bei. Durch ihren EG-Beitritt schieden 1973 Grossbritannien und Dänemark, 1986 Portugal und 1995 Österreich, Schweden und Finnland aus. Liechtenstein war über die Zollunion mit der Schweiz indirekt in die EFTA und das Freihandelsabkommen Schweiz – EG von 1972 einbezogen, trat am 22.5.1991 aber selbst der EFTA bei, um in den Verhandlungen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) seine über den Zollvertrag hinausgehenden Interessen (z.B. Dienstleistungen, Personenverkehr) wahrzunehmen. Die EFTA ist als Voraussetzung für die EWR-Mitgliedschaft weiterhin von Bedeutung für Liechtenstein. Überdies schlossen die EFTA-Staaten zahlreiche Freihandelsabkommen mit Drittstaaten ab. Mit der Ablösung der «Stockholmer Konvention» durch die «Vaduzer Konvention» wurden 2002 zwischen den verbleibenden EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz EWR-ähnliche wirtschaftliche Bedingungen hergestellt.

Literatur

S. Gstöhl: Flexible Integration für Kleinstaaten?, 2001.

Zitierweise

Sieglinde Gstöhl, «Europäische Freihandelsassoziation (EFTA)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Europäische_Freihandelsassoziation_(EFTA), abgerufen am 22.2.2019.