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Europäische Union (EU)

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Autorin: Sieglinde Gstöhl | Stand: 31.12.2011

Die EU entstand mit dem Inkrafttreten des Maastrichter Vertrags am 1.11.1993. Ihren Ursprung bilden die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGKS (1952–2002) sowie die 1957 gegründete Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG (1993 in Europäische Gemeinschaft EG umbenannt) und die Europäische Atomgemeinschaft EURATOM mit Sitz in Brüssel. Diese supranationalen Gemeinschaften wurden zur politischen Aussöhnung und wirtschaftlichen Erholung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Zu den wichtigsten Vertragsrevisionen zählen die Einheitliche Europäische Akte 1987 (Binnenmarkt), die Verträge von Maastricht 1992 (EU, Währungsunion), Amsterdam 1997, Nizza 2000 und Lissabon 2007 (institutionelle Reformen). Mit dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon am 1.12.2009 besitzt die EU Rechtspersönlichkeit und wurde Rechtsnachfolgerin der EG. Die EU hat sich schrittweise von sechs Gründungsmitgliedern (Deutschland, Frankreich, Italien, Beneluxstaaten) auf 27 Mitgliedsstaaten erweitert. Sie schloss zudem zahllose Wirtschaftsabkommen mit Drittstaaten. Die wichtigsten EU-Institutionen sind der Ministerrat, das Europäische Parlament, die Kommission, der Gerichtshof der Europäischen Union, die Europäische Zentralbank und der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs.

Für Liechtenstein ist die EU nicht nur wichtigster Handelspartner (z.B. bezog Liechtenstein in den letzten Jahren ca. 90 % seiner Importe aus der EU und lieferte ca. 60 % seiner Exporte direkt in die EU, d.h. ohne Handel mit und über die Schweiz), sondern auch aussenpolitisch von wachsender Bedeutung. Ein EU-Beitritt Liechtensteins stand bisher jedoch nicht zur Diskussion. Vertragliche Beziehungen bestehen seit 1972 durch ein Freihandelsabkommen und seit 1995 aufgrund des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum. Vier Jahre nach der Schweiz unterzeichnete Liechtenstein 2008 zusätzlich eine Schengen/Dublin-Assoziierung zum Abbau der Grenzkontrollen und engeren Zusammenarbeit im Asylbereich. Das Schengen/Dublin-Abkommen trat in Liechtenstein am 19.12.2011 in Kraft.

Literatur

  • Sieglinde Gstöhl: Flexible Integration für Kleinstaaten, Vaduz 2001.

Zitierweise

Sieglinde Gstöhl, «Europäische Union (EU)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Europäische_Union_(EU), abgerufen am 22.4.2019.