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Fähren

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Autorin: Gerda Leipold-Schneider | Stand: 31.12.2011

Fähren sind Wasserfahrzeuge zum Transport von Personen, Gütern und Landfahrzeugen von Ufer zu Ufer. Neben den Furten blieben Fähren bis ins 19. Jahrhundert die einzigen Verbindungen des heute liechtensteinischen Gebiets über den Rhein. Schon um 842 wird ein «Fronschiff» in Schaan erwähnt. Später bestanden Fährverbindungen zwischen Ruggell und Salez (erwähnt 1668), zwischen Gamprin (erwähnt 1294) bzw. Bendern (wohl ab 1394) und Haag, zwischen dem Mühleholz (Schaan) und Burgerau (ab dem frühen 18. Jahrhundert; 1850 verlegt nach Schaan–Buchs), zwischen Vaduz und Sevelen (ab 1850) sowie zwischen Balzers und Trübbach (spätestens ab 1415); ebenfalls in Besitz der liechtensteinischen Landesherren stand die ab 1394 erwähnte, nördlich der liechtensteinischen Grenze gelegene Fähre zwischen Ober-Büchel (SG) und Bangs (Vorarlberg). Im Mittelalter waren Fährrechte Regalien. Sie wurden als (Erb-)Lehen oder Privileg an Private oder Gemeinden übertragen, die sie an Fährleute («Fehren») weiterverliehen oder selbst ausübten. 1517 gingen alle Fährrechte ausser jenem bei Ruggell an die Schweizer Eidgenossenschaft und wurden vom Stand Glarus verwaltet. 1803 kamen sie an den Kanton St. Gallen. Die Fährleute übten auch eine polizeiliche Funktion aus, indem sie z.B. Diebe oder Bettler nicht übersetzten; einzelne hoben Zölle vom Flössereiverkehr auf dem Wasser ein (z.B. in Ruggell). Mit der Errichtung der ersten Rheinbrücken wurden um 1870 die meisten Fähren aufgelassen. Die Fähre bei Ruggell bestand noch bis 1918.

Quellen

LUB I/1–5.

Literatur

HRG 1, 1042f.; LexMA 4, 230f.; P. Vogt: Furten, Fähren und Brücken zwischen Werdenberg und Liechtenstein, in: Werdenberger Jahrbuch 1990 3 (1989), 154–164, bes. 155–157.

Zitierweise

Gerda Leipold-Schneider, «Fähren», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Fähren, abgerufen am 22.2.2019.