Feger, Guido
Autor: Hanspeter Lussy | Stand: 31.12.2011
Treuhänder. *29.11.1893 Balzers, † 1.9.1976 Vaduz, von Triesen. Sohn des Lehrers Alfons (1856–1933) und der Regina, geb. Wolfinger; sieben Geschwister, u.a. Priester Alfons (1889–1938). ⚭ 27.10.1934 Elfriede Köhler (*9.2.1905, Wien).
Oberrealschule Dornbirn (1912 Matura), Handelsakademie Innsbruck. 1914–1924 Kaufmann in Dornbirn und Wien, wo er eine Galerie führte. Als Sekretär der Liechtensteinischen Wirtschaftskammer (1924–1929) förderte Feger u.a. die Berufsausbildung und den Fremdenverkehr. 1929 gründete er das Allgemeine Treuunternehmen (ATU) und 1956 die Verwaltungs- und Privatbank AG (VP Bank). Feger war einer der wichtigsten Treuhänder und Vermögensverwalter in Liechtenstein. 1938 Mitbegründer der Liechtensteinischen Handelskammer, deren Sekretariat er führte. Mitglied der Christlich-sozialen Volkspartei, ab 1936 der VU. In der Märzkrise 1938 verständigte Feger angesichts der Gefahr einer Annektierung Liechtensteins durch das Dritte Reich den Thronfolger Franz Josef, der darauf von Wien nach Vaduz eilte und für den er bei den Friedens- und Koalitionsverhandlungen von FBP und VU als Informationsübermittler fungierte. Später stand Feger der FBP nahe. 1942–1944 Geschäftsführer und Verwaltungsrat der Präzisions-Apparatebau Vaduz AG (PAV). 1942–1945 figurierte Feger wegen der Vertretung eines Wiener Papierunternehmens auf der Schwarzen Liste der Alliierten.
1946–1968 Sekretär des Liechtensteinischen Roten Kreuzes (1968 Ehrenmitglied), 1953–1964 Präsident des AHV-Aufsichtsrats. Kunstsammler und Mäzen im sozialen und kulturellen Bereich. 1954 errichtete Feger die «Stiftung fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger», die bis heute die massgebliche Eigentümerin der VP Bank ist und Fegers Wohltätigkeit weiterführt. Komturkreuz des fürstl. liecht. Verdienstordens, 1952 Fürstlicher Kommerzienrat, 1975 Päpstl. Orden des hl. Gregorius.
Literatur
- Hanspeter Lussy, Rodrigo López: Finanzbeziehungen Liechtensteins zur Zeit des Nationalsozialismus. Studie im Auftrag der Unabhängigen Historikerkommission Liechtenstein Zweiter Weltkrieg, 2 Bände, Vaduz/Zürich 2005.
- Veronika Marxer, Christian Ruch: Liechtensteinische Industriebetriebe und die Frage nach der Produktion für den deutschen Kriegsbedarf 1939-1945, Vaduz/Zürich 2005.
- Peter Geiger: Krisenzeit. Liechtenstein in den Dreissigerjahren 1928-1939, Vaduz/Zürich 22000.
- Leben und Wirken, hg. von ATU und VP Bank, Vaduz 1973.
Von der Redaktion nachträglich ergänzt
- Christoph Maria Merki: Guido Feger, 1893–1976. Sein Leben und sein Erbe. Treuhänder, Bankier und Philanthrop, mit Beiträgen von Florin Frick, Peter Geiger, Norbert Jansen, Guido Meier, Günther Meier und Rupert Quaderer, Vaduz 2025.
Nachrufe
- Liechtensteiner Volksblatt, 7.9.1976, s. 2.
Normdaten
GND: 12627973X
Zitierweise
Hanspeter Lussy, «Feger, Guido», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Feger,_Guido, abgerufen am 15.12.2025.