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Frankenreich

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Autor: Heinz Dopsch | Stand: 31.12.2011

Die Franken – der Name wird als «kühn», «ungestüm» gedeutet – siedelten seit dem 4./5. Jahrhundert am Niederrhein. König Chlodwig (482–511) einigte die fränkischen Stämme und dehnte seine Herrschaft über Aquitanien und den Grossteil Galliens aus. Durch den Übertritt zum katholischen Christentum, Gesetzgebung und Verwaltungsreformen («Grafschaftsverfassung») machte er das Frankenreich zu einem germanischen Grossreich. Seine Nachkommen aus dem Haus der Merowinger unterwarfen Thüringer und Burgunder und besetzten die Provence. 536 geriet Rätien unter fränkische Oberherrschaft, behielt aber eine weitgehende Selbständigkeit. Im 7. Jahrhundert wurde das Frankenreich in eine westliche (Neustrien mit Burgund) und eine östliche Hälfte (Austrasien) geteilt, als eigentliche Machthaber übernahmen jedoch die austrasische Hausmeier aus der Sippe der Karolinger (Arnolfinger) 687 die Gesamtherrschaft und 751 das Königtum. Karl der Grosse (768–814) eroberte 774 das Langobardenreich in Italien, unterwarf die Sachsen, die Alamannen, die Baiern (788) und die Awaren (796–811) und wurde 800 zum Kaiser gekrönt. 799/807 erfolgte eine stärkere Einbindung Rätiens in das Frankenreich. Durch Reichsteilungen 843–80 entstanden das Ostfränkische Reich als Vorstufe Deutschlands (bis 911) und das Westfränkische Reich als Vorläufer Frankreichs (Karolinger bis 987/1012).

Literatur

  • R. Schneider: Das Frankenreich, 42001.
  • R. Kaiser: Churrätien im frühen Mittelalter, 1998.
  • Handbuch der europäischen Geschichte 1, Hg. Th. Schieder, 1976.

Zitierweise

Heinz Dopsch, «Frankenreich», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Frankenreich, abgerufen am 26.4.2019.