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Frauenberg, von

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Autor: Markus Burgmeier | Stand: 31.12.2011

Hochadeliges Geschlecht aus dem Bündner Oberland, das im 13. Jahrhundert die gleichnamige Burg bei Ruschein (GR) bewohnte. Daneben besass die Familie die Burg Felsberg (GR) mit dem dortigen Kirchensatz, zudem Güter und Rechte in Luven, Castrisch und Falera. Die Frauenberg waren wahrscheinlich ein Zweig der Herren von Sagens, der sich um 1250 durch Erbteilung und neue Namengebung bildete.

Erster bekannter Vertreter war Heinrich (erwähnt 1257–66), der wahrscheinlich identisch ist mit dem 1251 erwähnten Heinrich von Sagens. Nach einem Unterbruch von 18 Jahren tritt 1284–1305 erneut ein Heinrich von Frauenberg in den Quellen auf, was die Existenz von zwei Personen mit dem Namen Heinrich vermuten lässt, wohl Vater und Sohn. Welcher von den beiden der Minnesänger war, von dem in der «Manessischen Liederhandschrift» (erste Hälfte des 14. Jahrhunderts) fünf Lieder überliefert sind, kann nicht bestimmt werden.

Unter Heinrich II. (?) von Frauenberg (erwähnt 1284–1305, † vor 1314), dessen Bruder Wilhelm Kanoniker in Chur war, stellte sich die Familie auf der Seite des Churer Bischofs Friedrich von Montfort gegen die Habsburger und die Werdenberger. Heinrich beteiligte sich wahrscheinlich 1289 auf Seiten Bischof Friedrichs an der Schlacht in der Balzner Au; denn 1288 hatten er, Bischof Friedrich und der Abt des Klosters Disentis mit Walliser Adligen ein Bündnis gegen ihre Feinde in der Diözese Chur geschlossen. Bei der Niederlage König Adolfs von Nassau gegen Albrecht von Habsburg 1298 in der Schlacht von Göllheim befand sich Heinrich im Gefolge des Nassauers. Wohl als Folge dieser Parteinahme verlegte die Familie Ende 13./Anfang 14. Jahrhundert ihren Wohnsitz vom Vorderrheintal auf die Burg Gutenberg bei Balzers. 1305 tauschte Heinrich mit dem Kloster Churwalden sein Kollaturrecht an der Kirche Felsberg gegen das Patronatsrecht über die zur Pfarrkirche erhobene Kapelle von Balzers. Nach dem Tod Heinrichs verkauften seine Kinder (wahrscheinlich Margarethe, spätere von Klingen, und Katharina, von Sax-Hohensax) Gutenberg an die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg, die 1314 zugunsten der Herzöge von Habsburg darauf verzichteten.

Literatur

  • M. Burgmeier: Heinrich von Frauenberg – ein Minnesänger in Balzers?, in: BNjbl. 2004, S. 41–52.
  • J.L. Muraro: Untersuchungen zur Genealogie der Freiherren von Wildenberg und von Frauenberg, in: Churrätisches und st. gallisches Mittelalter, Hg. H. Maurer, 1984, S. 67–89.

Zitierweise

Markus Burgmeier, «Frauenberg, von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Frauenberg,_von, abgerufen am 22.4.2019.

Medien

«Her Heinrich von Frowenberg». Manessische Liederhandschrift, Cod. Pal. germ 848, fol. 61v (Universitätsbibliothek Heidelberg). © Universitätsbibliothek Heidelberg. Das Wappen der Freiherren von Frauenberg – ein steigender, goldener Greif in blauem Feld – diente als Vorlage für das 1956 geschaffene Wappen der Gemeinde Balzers.