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Frick

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Autor: Jürgen Schindler | Stand: 31.12.2011

Geschlecht aus Balzers, Schaan und Mauren. 1990 trugen in Liechtenstein 664 Personen den Namen Frick. Erstmals erwähnt 1378. Im 15. und frühen 16. Jahrhundert amteten Hans, Adam und Luzius als Landammänner der Grafschaft Vaduz. Die beiden Letzteren stammten aus Vaduz, wo das Geschlecht nur im 16. Jahrhundert erwähnt ist.

a) Balzers: Für die Frick aus Balzers können ab der Mitte des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden (fünf Stämme). Der erste, weitverzweigte Stamm wurde Mitte des 17. Jahrhunderts begründet. Herausragende Vertreter dieses Stamms waren der Landammann Leontius und sein Enkel, der Landammann Franz Anton, sowie der Landrat und Auswanderer Josef Ferdinand. Die Genealogie des zweiten Stamms reicht in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. Die ältere Linie führte bis Mitte des 19. Jahrhunderts über vier Generationen das Gasthaus zum «Engel» in Balzers. Aus ihr gehen der Landammann Fidel (Johann Fidel) und sein Enkel, der Gemeindevorsteher Johann Baptist, hervor. Aus jeweils anderer Linie stammen der Sportpionier Xaver und der Landtagsabgeordnete Alois. Der dritte Stamm wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts begründet und erlosch 1929. Die Familien dieses Stamms lebten in Mäls. Der vierte Stamm wurde um 1700 begründet. Aus ihm gehen – aus jeweils anderer Linie – der Priester und Missionar Emil und der Regierungschef Mario hervor. Die Genealogie des kleinen fünften Stamms aus Mäls, der 1908 erlosch, reicht in das letzte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück.

b) Schaan: Die Genealogien der Schaaner Frick reichen für beide Stämme ins erste Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Aus dem ersten, weitverzweigten Stamm gehen der Regierungschef Alexander, sein Sohn, der Regierungsrat Hansjörg, sein Bruder, der Landtagsabgeordnete Georg, beider Neffe, der Landtagsabgeordnete Pepo, sowie beider Grossnichte, die Regierungsrätin Aurelia, hervor. Aus jeweils anderer Linie stammen der Priester Anton und der Landtagsabgeordnete Albert.

c) Mauren: Der Stammbaum der Frick von Mauren wurde im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts begründet. Herausragende Vertreter der Familie waren der letzte Landammann der Landschaft Schellenberg, Johann, und sein Urenkel, der Gemeindevorsteher Mathias. Ein zweiter, kleinerer Stamm wurde von Thomas Frick (1762– 1830) aus Schlins (Vorarlberg) begründet, der 1821 das Gemeindebürgerrecht von Mauren erwarb.

Literatur

Tschugmell: FB Schaan; Tschugmell: Maurer Geschlechter, 1931, 79; Tschugmell: Maurer Geschlechter, 1941, 119; Tschugmell: Vaduzer Geschlechter, 1949, 53; Tschugmell: Balzner Geschlechter, 1957, 65–67; Tschugmell: Schaaner Geschlechter, 1960, 84; Tschugmell: FB Balzers, 1966; Stammtafeln Schaan, 1989; Familienstammbuch Mauren 1, 2004; Menschen, Bilder und Geschichten 1, 2006, 470–488; FLNB II/3, 230–233.

Zitierweise

Jürgen Schindler, «Frick», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Frick, abgerufen am 19.2.2019.