Frick, Aurelia

Autor: Redaktion | Stand: 10.7.2025

Regierungsrätin. *19.9.1975 Spital St. Gallen, von Schaan und Waldkirch (SG). Tochter des Kaufmanns Anton und der Pia, geb. Eigenmann, eine Schwester.  6.7.2011 Oliver Muggli (*2.9.1974), zwei Kinder. Aufgewachsen in Schaan.

1987–1995 Liechtensteinisches Gymnasium in Vaduz, 1995–1999 Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg i.Üe., 2004 Rechtsanwaltspatent des Kantons Zürich, 2005 Promotion an der Universität Basel (Dr. iur.). 1999–2008 arbeitete Frick als Juristin und Rechtsanwältin für verschiedene Unternehmen in der Schweiz und in Grossbritannien, u.a. für K2 HCS in London und Dr. Bjorn Johansson in Zürich, 2008–2009 war sie selbständige Unternehmensberaterin in Schaan und Zürich sowie Dozentin an der Hochschule Liechtenstein. Seit Ende ihrer politischen Laufbahn 2019 ist sie als Rechtsanwältin und selbstständige Beraterin mit Büros in Vaduz und Zürich sowie für einen Schweizer Finanzdienstleister (Smzh AG) in Buchs (SG) tätig.

Von 2009 bis 2019 gehörte Frick als Regierungsrätin (FBP) der liechtensteinischen Regierung an, mit Zuständigkeit für das Ressort Äusseres, Justiz und Kultur (2009–2013), das Ministerium für Äusseres, Bildung und Kultur (2013–2017) respektive das Ministerium für Äusseres, Justiz und Kultur (2017–2019). Besonders die Ressorts Justiz und Äusseres waren während Fricks Amtszeit von den Nachwirkungen der Zumwinkel-Affäre (2008) und der darauf eingeleiteten Bestrebungen zur Neuausrichtung des liechtensteinischen Finanzplatzes («Weissgeldstrategie») geprägt. Weiter fielen in ihre Amtszeit u.a. die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Tschechien und zur Slowakei (2009) sowie der Beitritt zum Schengen-Raum (2011). Frick legte überdies einen besonderen Fokus auf den Bereich Kulturaussenpolitik. Bedeutende Schritte während ihrer Zeit als Kulturministerin waren die Schaffung des Amts für Kultur (2013) und des Kulturgütergesetzes (2016). Frick gehörte in den Jahren 2009–2019 auch dem Präsidium der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) an.

Nach einer Auseinandersetzung mit der Geschäftsprüfungskommission des Landtags, welche Frick Intransparenz in Zusammenhang mit Budgetüberschreitungen und Beratungsaufträgen vorgeworfen hatte, wurde Frick am 2. Juli 2019 vom Landtag das Vertrauen entzogen; Erbprinz Alois bestätigte diesen Entscheid des Parlaments gleichentags. Damit hatte Frick die Befugnis zur Ausübung ihres Amtes gemäss Art. 80 Abs. 2 der Liechtensteinischen Verfassung verloren und schied aus der Regierung aus. Das im Mai 2020 in dieser Sache durch Anklage der Staatsanwaltschaft eingeleitete Strafverfahren endete im November 2022 mit einem Freispruch mangels Beweisen. Ein weiteres Verfahren wegen des Verdachts auf Untreue, bei dem es im selben Zusammenhang um den Vorwurf der Finanzierung eines privaten Parteigründungsprojekts aus Mitteln der Staatskasse ging, wurde im Dezember 2024 wegen Verjährung eingestellt.

Archive

  • Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein online (AeHLFL).

Quellen

Literatur

  • Thomas Milic: Regierung, in: Das politische System Liechtensteins. Handbuch für Wissenschaft und Praxis, hg. von Wilfried Marxer, Thomas Milic und Philippe Rochat, Baden-Baden 2024 (= Schriftenreihe des Liechtenstein-Instituts, Bd. 1), S. 299–300.

Normdaten

GND: 1174854529

Zitierweise

Redaktion, «Frick, Aurelia», Stand: 10.7.2025, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Frick,_Aurelia, abgerufen am 8.12.2025.