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Frick, Mario

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Autor: Redaktion | Stand: 31.12.2011

Regierungschef. *8.5.1965 Spital Chur, von Balzers, wohnhaft in Balzers. Sohn des Treuhänders Kuno und der Melita, geb. Kaufmann, fünf Brüder. 16.9.1992 Andrea Haberlander (*11.2.1965), drei Kinder. 1977–85 Gymnasium in Vaduz, 1985–89 Studium der Rechtswissenschaften in St. Gallen, 1991 Dr. iur. 1991–93 Mitarbeiter des Rechtsdienstes der liechtensteinischen Regierung, seit 2002 selbständiger Rechtsanwalt in Schaan und Geschäftsführer der Trevalis Trust in Balzers. 1991–93 Mitglied des Balzner Gemeinderats (VU). Frick legte sein Mandat nieder, als er am 26.5.1993 Regierungschef-Stellvertreter wurde (Ressorts Inneres, Umwelt, Land- und Waldwirtschaft sowie Justiz). Nach dem Sieg der VU in den Landtagswahlen vom Oktober 1993 zum Regierungschef gewählt, übte Frick dieses Amt bis 2001 aus und war für die Ressorts Präsidium, Finanzen, Justiz (1993–97) und Bauwesen (1997– 2001) zuständig.

In seine Amtszeit fielen u.a. der Mehrwertssteuervertrag mit der Schweiz (1994), der Beitritt Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und zur Welthandelsorganisation (beide 1995). Es kam – teilweise EWR-bedingt – zu Liberalisierungen und Privatisierungen in den Bereichen Telekommunikation (Privatisierung und Entkoppelung von der Schweiz ab 1998, liechtensteinische Mobiltelefonie ab 2000), Post (1999 einvernehmliche Auflösung des Postvertrags mit der Schweiz und Gründung der liechtensteinischen Post AG), Gesundheitswesen, Versicherung und freie Berufe (Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte). Zur Überwindung der Finanzplatzkrise (1999–2000) erfolgten die Verschärfung der Sorgfaltspflichtgesetzgebung und die Einrichtung einer staatlichen Stelle zur Bekämpfung der Geldwäscherei. In der zweiten Amtsperiode stand Frick einer VU-Alleinregierung vor, weil die FBP 1997 die seit 1938 bestehende Koalition beendet hatte.

Frick engagierte sich während der bis 2003 dauernden Verfassungsdiskussion als Mitglied des 2001 gegründeten Demokratie-Sekretariats gegen die fürstlichen Verfassungsvorschläge. 2003–09 Verwaltungsratspräsident der Vaduzer Medienhaus AG und seit 2005 Präsident der Liechtensteinischen Rechtsanwaltskammer. Ehrenmitglied der Liechtenstein Musical Company.

Archive

  • Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein online (AeHLFL).

Quellen

  • Rech Reg 1993–2001.

Literatur

  • David Beattie: Liechtenstein. Geschichte & Gegenwart, Triesen 2005.

Zitierweise

Redaktion, «Frick, Mario», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Frick,_Mario, abgerufen am 21.4.2019.

Medien

Besuch von Bundesrat Moritz Leuenberger (rechts) bei Regierungschef Mario Frick (Mitte), 1999 (LI LA).

Normdaten

GND: 1053305273