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Güschgle

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Autor: Donat Büchel | Stand: 31.12.2011

Alp im Saminatal, Gemeinde Balzers. Das Güschgle grenzt an den Zegerberg und die Alpen Guschgfiel, Matta (alle Balzers), Guschg (Schaan) sowie Hintervalorsch (Vaduz). Fläche 95,1 ha, davon 32 ha produktive Weidefläche, Alpgebäude auf 1481 m ü.M. Zum Güschgle gehören die beiden Alpstufen Undersäss (1400–1800 m ü.M.) und Obersäss (1500–1700 m ü.M.). Der Name Güschgle ist eine Verkleinerungsform von Guschg; dieses geht wahrscheinlich auf den vom rätoromanischen cusch(a), «Baumstrunk», abgeleiteten Rodungsnamen «Gusch(a)» zurück. Das ursprünglich zur Alp Guschg gehörende Güschgle war Teil des Kirchspiels Frastanz in der Herrschaft Sonnenberg. 1371 kauften Walser vom Triesenberg das in der Folge «Walser-Guschg» genannte Güschgle, Guschgfiel und wohl auch Matta. 1562 wurde die Privatalp Güschgle (25 Kuhweiden) mit den ebenfalls privat bewirtschafteten Walser Alpen Alpelti, Bärgi, Bargälla und Malbun (Turna) zu einer Gemeindealp zusammengelegt. Vor 1617/19 erwarb der Balzner Ortsteil Mäls das Güschgle; 1651 löste er den auf der Alp lastenden Zins an die Kapelle St. Florin in Vaduz ab. 1717 kam es zu einem Streit zwischen Balzers und Frastanz wegen der Grenzen der Alpen Güschgle und Guschgfiel. Das im Grundbuch 1809 auf den Ortsteil Balzers eingetragene Güschgle wird 1861 als Eigentum der Alpgenossenschaft Mäls (Alpgenossenschaft → Gapfahl) bezeichnet, der es bis in die Gegenwart gehört.

Zwischen dem Güschgle und Guschgfiel gab es wiederholt Konflikte über den Grenzverlauf, Holzschlagrechte und das Schneefluchtrecht von Guschgfiel im Güschgle (1717, 1874). Letzteres wurde 1983 abgelöst. Das Güschgle wird traditionell als Galtalp genutzt, wovon schon Landvogt Josef Schuppler in seiner Landesbeschreibung (1815) berichtete. 1868 wurden auf der Alp 81 Stück Galtvieh und 1928 54 Rinder, 8 Kälber und 5 Ochsen gesömmert. Seit 1997 ist die maximale Bestossung des Güschgle auf 35 Grossvieheinheiten festgelegt. Das von der Alp an die Landesherrschaft zu entrichtende Vogelmolken betrug gemäss dem Sulzisch-Hohenemsischen Urbar (ca. 1617/19) ½ Viertel Schmalz und 6 Käse (abgelöst 1861). Die Wälder auf dem Güschgle wurden wirtschaftlich genutzt, 1843 löste die Gemeinde Balzers vom Fürsten die Holzschlagrechte für die Alp ab.

1913–14 erfolgte auf dem Güschgle der Bau einer neuen Hirtenhütte und 1923–24 eines Stalls für 80 Galtlinge. Im Rahmen der Berggebietssanierung wurde u.a. ab 1989 die Wasserversorgung verbessert und in Eigenleistung der Alpgenossenschaft 1991–94 die Alphütte umgebaut. Der Zufahrtsweg zum Güschgle bestand ursprünglich von Frastanz her und erst später über den Kulm. 1877 erfolgte der Bau der Strasse Steg–Hintervalorsch, die 1879 bis zum Güschgle verlängert wurde. Das Güschgle ist Teil des an Private verpachteten Hochjagdreviers Guschgfiel.

Quellen

LUB I/4, 76–82, 314, 428.

Literatur

Klenze: Alpwirthschaft, 1879; A. Brunhart: Die Alpwaldungen, in: Der Balzner Wald, 1982, 118–131; M.F. Broggi: Die Waldverhältnisse auf den Balzner Alpen Guschgfiel-Matta und Gapfahl-Güschgle, in: Bergheimat 1984, 28–48; E. Vogt: Die Balzner Alpen, 1993; FLNB I/1; W. Vogt: Die Mälsner Alpen Gapfahl und Güschgle, in: BNjbl. 16 (2010), 10–20.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Donat Büchel, «Güschgle», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: <https://historisches-lexikon.li//G%C3%BCschgle>, abgerufen am 20.2.2019.