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Autor: Jens Dittmar | Stand: 31.12.2011

Der wirtschaftliche Aufschwung der 1960er Jahre zog auch in Liechtenstein eine Kommerzialisierung der Kunst nach sich, sodass die in Galerien als Ware ausgestellte und gehandelte Kunst neben privaten und staatliche Kunstsammlungen an Bedeutung gewann. Durch die Eröffnung der Galerie Haas (1967–98) mit Werken von Ernst Fuchs setzte Albert Haas (1913–1998) ein programmatisches Zeichen. Der Phantastische Realismus der Wiener Schule blieb ein Schwerpunkt in Haas’ Arbeit als Galerist, neben liechtensteinischen Künstlern wie Anton Ender, Benjamin Steck, Georg Malin, Eugen Schüepp und Bruno Kaufmann.

Das von Roberto Altmann (*1942) geleitete Centrum für Kunst und Kommunikation in Vaduz (1974–82) widmete sich der internationalen Avantgarde, soweit sie der Semiotik verpflichtet war (Cy Twombly, Brion Gysin, Tom Philipps, Jiri Kolàr, Akeji). Dieses Thema spiegelt Altmanns Interesse als Künstler, Literat und Publizist. Die von ihm herausgegebenen Zeitschriften «Ur» (1963–67) und «apeïros» (1971–77) können als programmatisch für das architektonisch augenfällige Kulturzentrum in Vaduz gelten.

Die Galerie im Theater am Kirchplatz (TaK) widmete sich ab 1972 der Zeichnung. Die Chronik listet Namen auf wie Paul Flora, Hans Georg Rauch, Horst Janssen und Celestino Piatti, aber auch Einheimische wie Georg Malin, Louis Jäger, Regina Marxer, Evi Kliemand und Gertrud Kohli.

Die Galerie Tangente (1979–2006) verstand sich als Antwort auf den absehbaren Niedergang des Centrums für Kunst und Kommunikation. Die beliebten Themenwettbewerbe und Gruppenausstellungen wie «Schubladen» (1981), «Heimat» (1983), «Tarot» (1986), «Selbstporträts» (1988) und die «Fax-Art-Biennale» (1990) dienten der Nachwuchsförderung. Hinzu kamen Einzelausstellungen von Bruno Kaufmann, Regina Marxer, Hanna Roeckle, Arno Oehri, Evelyne Bermann, Stephan Sude, Werner Marxer und Hugo Marxer.

Die 1986 in Schaan gegründete Galerie am Lindenplatz übersiedelte 1999 nach Vaduz. Ihr Leiter Kurt Prantl (*1942), der schon die Geschicke der Galerie Haas mitbestimmt hatte, vereint so unterschiedliche Künstler wie Antoni Tapiès, Herbert Albrecht, Fritz Wotruba, Tone Fink, Heinz Mack, Gottfried Honegger, Georg Malin und Bruno Kaufmann unter einem Dach.

Die Galerie Altesse in Nendeln (seit 1985) zeigt neben regionaler Kunst aus dem Dreiländereck Liechtenstein-Schweiz-Österreich auch internationale Grafik von Klassikern der Moderne wie Picasso, Dalí, Miró, Tàpies und Tinguely.

An weiteren Galerien in Liechtenstein sind u.a. zu nennen: Artour (ca. 1992–2001), Art Studio (seit 1981), Atelier 11 (1992– 2003), Café des Artistes (1993–95), ccgrafik & galerie (seit 2007), EMB Contemporary Art (seit 2005), Liechtensteinische Landesbank LLB (1991–2000), Waltraud Matt (1991–2000), Merlin (seit 2007), Next Pop Art (seit 2006), Schlösslekeller (seit 2003), Stein-Egerta, Zech (1988–1993).

In jüngerer Zeit traten zu den oft kurzlebigen Privatgalerien kommunale Einrichtungen hinzu wie die Galerien DoMuS in Schaan (seit 1998), das Küefer-Martis-Huus in Ruggell (seit 2002) und das Gasometer Kulturzentrum in Triesen (seit 2006). Der Kunstraum Engländerbau ist ein Beispiel für eine nichtkommerzielle Kunsthalle mit Wechselausstellungen nach dem Vorbild städtischer Kunstvereine.

Archive

Stiftung Dokumentation Kunst in Liechtenstein.

Zitierweise

Jens Dittmar, «Galerien», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Galerien, abgerufen am 19.2.2019.