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Gantner, Hans (Johann)

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Autorin: Roswitha Feger-Risch | Stand: 31.12.2011

Maler. *19.5.1853 Feldkirch, † 14.6.1914 Sanatorium Steinhof (Wien), von Planken. Sohn des Schreiners und Söldnerwerbers Mathias und der Agatha Katharina, geb. Jubile. 14.4.1885 Maria Matouschek (†1911), Tochter eines Grossgrundbesitzers aus Neuhaus (heute: Hradec, CZ), ein Sohn.

Aufgewachsen in Feldkirch, dann Schreinerlehre, Wanderschaft bis Hamburg, 1873 Gymnasium in Solbad Hall, 1876 Ingenieurstudium in München. Um nach Amerika auszuwandern, bewarb sich Gantner als Ingenieur beim Bau des Panamakanals, jedoch ohne Erfolg. Ab 1880 Mitarbeit bei der Trassierung der Arlbergbahn und dem Bau des Arlbergtunnels; leitender Ingenieur beim Bau der Eisenbahn von Wessely-Mezimosti nach Neuhaus. 1885 Wohnsitz in der Villa «Weibertrutz» in Neuhaus.

Dank materieller Unabhängigkeit durch die Heirat gab Gantner 1891 den Ingenieurberuf auf und wandte sich ganz der Tier- und Landschaftsmalerei zu. Studien in München bei Tiermaler Heinrich Zügel (1850–1941) und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Studienreise nach Paris, Kontakt mit Künstlern des Impressionismus. Beteiligung an Ausstellungen des Prager Kunstvereins. 1901 Bekanntschaft mit Fürst Johann II. von Liechtenstein und Ausstellung im Palais Liechtenstein in Wien. Ankauf von 17 Ölbildern, fünf Aquarellen und vier Ölstudien durch Johann II. 1906 Ausstellung im Museum von Neuhaus, das zahlreiche Werke ankaufte.

Gantner kehrte immer wieder in die Region Liechtenstein/Vorarlberg zurück, um zu malen. In seinen späteren Lebensjahren musste die Villa «Weibertrutz» verkauft werden. Wie Peter Balzer gehört Gantner zu den ersten Künstlern, welche die liechtensteinische Bergwelt darstellten. Seine Wanderungen unternahm er während vieler Sommer von der Alp Sücka aus. In der Darstellung der heimatlichen Landschaft liegt auch die Bedeutung seines Werks. Das Bilderverzeichnis des Nachlasses enthält zahlreiche Motive aus Liechtenstein Gantner äusserte aber auch immer wieder seine Liebe zur Tiermalerei. Daher befinden sich im Nachlass hauptsächlich Tiergenres oder -studien. Seine Werke sind von ganz unterschiedlicher Art. Spätbiedermeierliche Idyllen stehen neben lichter Farbmalerei des Impressionismus, wie er sie auf seinen Studienreisen in Frankreich und Deutschland sah.

Literatur

Hans Gantner, Ausstellungskatalog Vaduz, 1977; A.P. Goop: Ing. Hans Gantner, akademischer Maler, in: Eintracht 51 (2009), 13–28.

Medien

Hans Gantner beim Malen auf der Sücka (LI LA).

Externe Links

Eintrag zu Hans Gantner auf SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz