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Gonzen

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Autor: Mathias Bugg | Stand: 31.12.2011

Nördlich von Sargans (SG) gelegener, südöstlichster Gipfel der Alviergruppe, 1829 m ü.M. Im Inneren des Bergs wichtigstes Eisenbergwerk der Schweiz (mit Abbaustätten von ca. 300–1400 m ü.M.).

Der Abbau und die Verhüttung des Erzes ist seit der späten Eisenzeit oder der frühen Römerzeit durch datierte Schlackenfunde nachgewiesen. Eisenschmelzen werden 1315, das Bergwerk selbst 1396 erstmals urkundlich erwähnt. Es war während Jahrhunderten ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Region. Besonders in der Abbauperiode 1919–66 bot es auch zahlreiche Männern aus dem oberen Liechtenstein (v.a. Balzers und Triesen) Arbeit und Erwerb. 1919 erfolgte die Gründung der Eisenbergwerk Gonzen AG, welche die Anlagen bis heute verwaltet. Mit neuen Förder- und Aufbereitungsanlagen (Naus 1918–19, Basisstollen Vild 1951) steigerte sich die Produktion kontinuierlich und erreichte während des Zweiten Weltkriegs mit 116 000 Tonnen Eisenerz ihren Höhepunkt. 1942 beschäftigte das Eisenbergwerk Gonzen 380 Männer und Frauen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Abbau 1966 eingestellt. Insgesamt förderte man ca. 2,7 Mio. Tonnen Roteisenstein; der Erzvorrat wird auf 5,5 Mio. Tonnen geschätzt. Ein Teil des Bergwerks ist seit 1983 touristisch zu besichtigen. Das Stollensystem weist eine Gesamtlänge von rund 90 km auf.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Eisen- und Manganerze hauptsächlich vor Ort, zuletzt in Plons bei Mels, seit dem 20. Jahrhundert im In- und Ausland verhüttet. Der enorme Holzbedarf führte zu Konflikten um die Waldnutzung.

Literatur

W. Epprecht: Zweitausend Jahre Eisenbergwerk Gonzen Sargans, 1987; P. Hugger: Der Gonzen, 1991; D. Imper: Das Eisenbergwerk Gonzen bei Sargans, in: Der Anschnitt 50 (1998), 154–166.

Zitierweise

Mathias Bugg, «Gonzen», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Gonzen, abgerufen am 23.2.2019.