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Grabs

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Autor: Mathias Bugg | Stand: 31.12.2011

Politische Gemeinde im Kanton St. Gallen, Wahlkreis Werdenberg, 6871 Einwohner (2011), bestehend aus dem Dorf Grabs, dem Städtchen Werdenberg, dem Ortsteil Studen und dem Studnerberg sowie dem weitläufigen Grabserberg mit den Weilern Forst, Schluss und Lehn, allgemeiner Streusiedlung und darüber liegendem, breitem Maienberggürtel sowie ausgedehntem Wald- und Alpgebiet. 841 Quarauades, 949 Quadrauedes, 1235 Grabdis, 1253 Graps.

Einzelfunde weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Das Christentum ist erstmals 614 erwähnt, indem der hl. Gallus in Grabs eine Kirche mit Diakon Johannes vorfand. Mitte des 13. Jahrhunderts war Grabs im Besitz der Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. Die Geschichte ist eng mit jener der Stadt Werdenberg, des herrschaftlichen Zentrums der Grafschaft Werdenberg, verknüpft. Spätestens ab 1404 bis 1483 herrschte das Haus Montfort-Tettnang, danach in kurzer Folge verschiedene Herren. Grabs wurde im Schwabenkrieg 1499 zerstört. 1517 kam Grabs mit der übrigen Grafschaft bis 1798 durch Kauf als Landvogtei unter Glarner Herrschaft. In der Reformation setzte sich der neue Glaube durch.

Grabs kam in der Helvetik (1798–1803) an den Kanton Linth, 1803 zum Kanton St. Gallen. Bis ins 20. Jahrhundert war Grabs stark von der Landwirtschaft geprägt. Am Mühlbach siedelten sich Gewerbebetriebe an. Um 1880 kam die Stickerei auf und bestimmte bis 1920 die Wirtschaft; Grabs galt als ausgesprochenes Stickerdorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang der Aufschwung mit Betrieben des 2. und 3. Sektors. In Grabs befindet sich seit 1907 ein Spital, zu dessen Einzugsgebiet auch Liechtenstein gehört. Seit 1977 besteht die katholische Kirchgemeinde Buchs-Grabs.

Literatur

H. Stricker: Die romanischen Orts- und Flurnamen von Grabs, 1974; D. Schindler: Werdenberg als Glarner Landvogtei, 1986; Werdenberger Jahrbuch 1988, Jg. 1 (1987); Das Urbar der Gemeinde Grabs, Hg. H. Stricker, 1991; Flurnamen der Gemeinde Grabs (Karte, Begleitheft), Bearb. H. Stricker, 2003; G. von Arb, R. Kruker, H. Stricker: Leute am Grabserberg, 20 Jahre danach, 2007.

Zitierweise

Mathias Bugg, «Grabs», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: <https://historisches-lexikon.li//Grabs>, abgerufen am 22.2.2019.