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Grundwasser

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Autorin: Gertrud Haidvogl | Stand: 31.12.2011

Grundwasser ist das die Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllende Wasser. Es entsteht durch Versickerung des Niederschlagswassers oder durch Infiltration aus Oberflächengewässern (in Liechtenstein v.a. aus dem Rhein). In Liechtenstein ist Grundwasser heute mit einem jahreszeitlich schwankenden Anteil von ca. 50 % neben Quellwasser die Haupttrinkwasserreserve (→ Wasserversorgung). Dank seiner guten Qualität kann es ohne Aufbereitung genutzt werden (Förderung 1982: 5,3 Mio. m3, 2004: 4,3 Mio. m3). Das erste liechtensteinische Grundwasserpumpwerk wurde 1935 in Balzers eröffnet. Weitere kommunale Pumpwerke folgten in Balzers, Triesen, Vaduz, Schaan und Ruggell, private in Industriebetrieben wie der Elastin AG oder der Hilcona AG.

Der von der Lage und der Durchlässigkeit der Rheinsohle abhängende Grundwasserspiegel erreichte um 1950 einen Höchststand. Mit der Absenkung der Rheinsohle (Rheinausbaggerung 1953–72) sank er bei Balzers in Rheinnähe um 3–4 m, bei Ruggell um 1–2 m. Mit zunehmender Entfernung zum Rhein wird die Absenkung geringer. Dieser Eingriff in den Grundwasserhaushalt trug zur Zerstörung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Auen, Rieden und grundwassergespiesenen Giessen (→ Gewässer) bei.

Durch das Wasserrechtsgesetz (1976) wurde die Grundwassernutzung konzessionspflichtig. Der Schutz des Grundwassers vor Abwasser und Abfall ist im Gewässerschutzgesetz (1957) geregelt; dessen Ergänzung 1976 war die Grundlage für die Schaffung von Grundwasserschutzzonen.

Literatur

T. Kindle: Die Grundwasserverhältnisse im Liechtensteiner Rheintal, in: Bergheimat 1984, 49–67; A. Ospelt: Die Geschichte der Vaduzer Wasserversorgung, in: Vaduzer Wasser, 1995, 9–71.

Zitierweise

Gertrud Haidvogl, «Grundwasser», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: <https://historisches-lexikon.li//Grundwasser>, abgerufen am 19.2.2019.