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Guschg

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Autor: Hansjakob Falk | Stand: 31.12.2011

Alp am östlichen Fuss des Schönbergs, Gemeinde Schaan; 1400 m ü.M. (Vordera Boda am Malbunbach) bis 2286 m ü.M. (Ochsenkopf), Alpgebäude auf 1713 m ü.M.; Fläche 449,8 ha, davon 132 ha produktive Weidefläche. Eigentümerin ist die Alpgenossenschaft Guschg, zu der neben der Kuhalp Guschg mit Sass (Alpgebäude auf 1646 m ü.M.) und Stachler auch die Galtalp Vordervalorsch (→ Valorsch) gehört. Guschg grenzt an die Alpen Pradamee (Vaduz), Turna (Triesenberg), Güschgle, Matta (beide Balzers), Hintervalorsch (Vaduz), Mittlervalorsch, Vordervalorsch (beide Schaan), Bärgi, Steg (beide Triesenberg) und an Österreich. Erste urkundliche Erwähnung 1355 («Guschgen»). Der von rätoromanisch cusch(a) («Baumstrunk») abgeleitete Name Guschg zählt zu den zahlreichen Guscha-Rodungsnamen.

Guschg gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Frastanz (Vorarlberg). 1361 erwarb das Kirchspiel Schaan-Vaduz die Alp (inklusive Sass und Stachler) von mehreren u.a. aus Frastanz, Planken und Rankweil stammenden Männern und Frauen. Der Kaufbrief ist die einzige erhaltene Urkunde über den Erwerb einer Schaaner Alp. In einem von Freiherr Ludwig von Brandis ausgestellten Schiedsbrief vom 12.3.1503 zur Festlegung der Genossenschaftszugehörigkeit der Einwohner von Schaan (ältestes erhaltenes Alpstatut in Liechtenstein) wurde Guschg dem Dorfteil St. Peter zugeteilt. Die Alp wurde aber wohl schon vor 1503 von dessen Bewohnern genutzt. Ebenso war die Nutzung des gemeinsamen Alpgebiets des Kirchspiels Schaan-Vaduz bereits im 15. Jahrhundert zwischen den Dorfschaften aufgeteilt worden. Die 1843 verfassten Statuten der Alpgenossenschaft Guschg sind die ältesten bekannten Statuten einer Schaaner Alpgenossenschaft. 1862 entstanden die ersten gemeinsamen Statuten der Genossenschaften Guschg und Gritsch (Statutenrevisionen 1926, 1990 und 2007). 1994 entschied der Oberste Gerichtshof einen langwierigen Rechtsstreit mit Triesenberg betreffend der Zugehörigkeit einer Fläche von 93,5 ha südwestlich des Schönberggipfels zugunsten von Triesenberg.

1876 Bau eines Stalls auf Guschg. 1877 Anlegung der Strasse Malbun–Sass, die später bis Guschg ausgebaut wurde. 1952 Neubau der durch einen Brand zerstörten Alphütte. Die maximale Bestossung von Guschg wurde in den Genossenschaftsstatuten 1862 auf 80 Kühe und 1916 von der Landesalpenkommission auf 75 Stösse zu je vier Füssen festgelegt, seit 1997 ist sie auf 132 Grossvieheinheiten limitiert. Guschg hatte gemäss dem Brandisischen (um 1509/17) und dem Sulzisch-Hohenemsischen Urbar (ca. 1617/19) pro Jahr als Vogelmolken 1 Viertel Schmalz (Butter) sowie 7 Käse an die Herrschaft abzuliefern (abgelöst 1861). Bis ins 20. Jahrhundert besass die Genossenschaft Guschg in Schaan eine eigene Sennerei. 1861 erwarb die fürstliche Domänenverwaltung auf Sass ein Grundstück, auf dem sie ein Jagdhaus errichtete. Dieses kaufte die Alpgenossenschaft Guschg 1922 von Fürst Johann II. Das Gebiet der Alp Guschg gehört zum Hochjagdrevier Sass; es wird an Private verpachtet.

Quellen

LUB I/4, 57, 69–73, 79, 273f., 314, 428.

Literatur

Klenze: Alpwirthschaft, 1879, 25f., 46, 55, 57, 69–79, 87, 89, 98f.; A. Frick: Von uralten, alten und neuen Alpwegen, in: Bergheimat 1973, 17–43, bes. 28; FLNB I/2; 500 Jahre Alpgenossenschaften Schaan, 2003.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung.

Liechtensteiner Namenbuch online.

Zitierweise

Hansjakob Falk, «Guschg», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: <https://historisches-lexikon.li//Guschg>, abgerufen am 17.2.2019.