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Guschgfiel

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Autor: Arthur Brunhart | Stand: 31.12.2011

Alp im Valorschtal, Gemeinde Balzers. Guschgfiel grenzt an den Zegerberg, die Alpen Güschgle, Matta (alle Balzers) sowie an Österreich. Fläche 212,4 ha, Alpgebäude auf 1625 m ü.M. (Riet) und 1764 m ü.M. (Guschgfiel), höchster Punkt Galinakopf (2198 m ü.M.). Die ursprünglich zu Guschg gehörenden Teile Guschgfiel (altes Guschg oder Ort, wo alte Baumstrünke liegen) und Güschgle wurden 1371 von Frastanzern an Triesenberger Walser verkauft. Später ging Guschgfiel erneut an Frastanz über. Nach verworrenen Besitzverhältnissen erwarben Mäls (1704) und Balzers (spätestens 1717) die Weiderechte auf Guschgfiel von Frastanz und Altenstadt. 1717 erfolgte auf der Alp eine Grenzbereinigung zu Frastanz. Seit spätestens 1781 wird Guschgfiel allein vom Ortsteil Balzers genutzt, seit 1843/61 ist die Alp Eigentum der Alpgenossenschaft Balzers, der auch die Alp Matta gehört. 1843 löste die Gemeinde Balzers das landesherrliche Holzschlagrecht für Guschgfiel gegen den 20-fachen Jahresertrag ab. Streitigkeiten um Holzschlagrechte zwischen Guschgfiel und dem Güschgle wurden 1717, 1781, 1862, 1964 und 1983 geschlichtet. Gemäss einer 1861–1983 gültigen Vereinbarung stand den Alpgenossenschaften Mäls und Balzers je die Hälfte des Ertrags der Holzverkäufe der Alpen Guschgfiel, Gapfahl, Güschgle und Matta zu. Guschgfiel hatte Miteigentum am Holztriftrecht Samina–Frastanz. 1983 erfolgte die Ablösung des Schneefluchtrechts der Alpgenossenschaft Guschgfiel im Güschgle.

1860–61 Bau von Sennhütte, Stall, Schweinestall (Neubau 1932), Brunnen und Kalkofen auf Guschgfiel, 1877–86/88 Errichtung der Strasse Steg–Guschgfiel, 1913 der Riethütte (1938 abgebrannt), 1939 der Sennerei und des Stalls im Riet. Im Rahmen der Berggebietssanierung, der die Alpgenossenschaft Guschgfiel 1982 beitrat, wurde u.a. 1986, 1988–91 sowie 1997 die Wasserversorgung verbessert und 1989–92 die Hütte auf Guschgfiel umgebaut.

Der älteste erhaltene Alpgenossenschaftsbrief datiert von 1781. 1865 entstanden gemeinsame Statuten der Alpgenossenschaften Balzers und Mäls (revidiert 1906). Die Genossen (alpberechtigte Bürger der Gemeinde sowie der Pfarrer) leisteten Frondienste. 1958 und 1964 wurde der Vorschlag abgelehnt, die Genossenschaftsalpen, Lida und die Allmenden künftig gemeinsam zu bewirtschaften. 1999 wurde das Verhältnis zwischen der Gemeinde und der Genossenschaft betreffend Nutzung und Eigentum an den Alpen Guschgfiel und Matta grundbücherlich bereinigt.

Von Guschgfiel waren gemäss dem Brandisischen Urbar (um 1510) 1 Viertel Schmalz und 7 Käse als Vogelmolken zu entrichten (abgelöst 1861). 1865 war die Kuhalp Guschgfiel auf 100 Stösse berechnet, 1916 auf 80. 1928 betrug der Ertrag bei 75 Kühen 23 488 kg Milch, 766 kg Butter, 1628 kg Käse. Seit ca. 1960 wird Guschgfiel zusammen mit der Galtviehalp Matta bewirtschaftet, in der Folge wurde auf Guschgfiel die Kuhalpung aufgegeben. Bis dahin bestand das Personal der Alp aus Senn, Zusenn, Küher, Bub und Batzger, danach nur noch aus einer Person. Seit 1997 ist für Guschgfiel und Matta zusammen die max. Bestossung auf 125 Grossvieheinheiten festgelegt. 1992 trieben noch 13 Genossen und fünf Nichtgenossen Vieh auf. In den 1930er Jahren und im Zweiten Weltkrieg war Guschgfiel ein Umschlagplatz für Schmuggelware (Tabak, Kaffee, Zucker) nach Vorarlberg Das an Private verpachtete Hochjagdrevier Guschgfiel umfasst Guschgfiel, das Güschgle, Matta und den Zegerberg. Für die Pächter wurde eine kleine Jagdhütte (1680 m ü.M.) errichtet. Mittlerweile nutzen sie die Hütte im Riet.

Archive

AlpA Guschgfiel.

Quellen

LUB I/4, 76–82, 273f., 314, 431.

Literatur

Klenze: Alpwirthschaft, 1879; J.B. Büchel: Mälsener und Fastanzer im Streit wegen der Alp Guschgfiel 1693–1704, in: JBL 24 (1924), 77–88; A. Brunhart: Die Alpwaldungen, in: Der Balzner Wald, 1982, 118–131; E. Vogt: Die Balzner Alpen, 1993; FLNB I/1; A. Frick: Die Balzner Alpen Guschgfiel und Matta, in: BNjbl. 15 (2009), 24–41.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Arthur Brunhart, «Guschgfiel», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: <https://historisches-lexikon.li//Guschgfiel>, abgerufen am 19.2.2019.