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Hasler (Hassler)

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Autor: Jürgen Schindler | Stand: 31.12.2011

Geschlecht aus Balzers, Eschen, Gamprin, Ruggell, Schellenberg und Mauren (†). 1990 trugen in Liechtenstein 480 Personen den Namen Hasler. Erstmals erwähnt 1325.

a) Balzers: Das Geschlecht wanderte 1777 aus Mauren zu. Aus der Familie gehen die Oberin Konstantia und der Landtagsabgeordnete Adrian hervor.

b) Eschen: Für die Hasler aus Eschen können ab Mitte 17. Jahrhundert zusammenhängende Genealogien erstellt werden (fünf Stämme). Der erste Stamm wanderte im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts aus Bendern (Gemeinde Gamprin) zu und erlosch 1927. Der zweite Stamm wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts begründet. Die Familie liess sich Mitte 19. Jahrhundert in Mauren nieder. Die Genealogie des dritten Stamms reicht ins dritte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Der vierte Stamm wurde im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts begründet. Aus ihm gingen der Landtagsabgeordnete und Gemeindevorsteher Johann Georg und seine Enkel, der Landtagsvizepräsident und Gemeindevorsteher Johann Georg und dessen Bruder, der Auswanderer und Politiker Otto, hervor. Bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts reicht der Stammbaum des fünften Stamms zurück.

c) Gamprin: Für die Hasler aus Gamprin können ab dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden (sieben Stämme). Der erste Stamm wurde im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts begründet. Herausragender Vertreter ist der Gemeindevorsteher Johann Georg. Aus diesem Stamm zweigte im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eine Linie nach Eschen ab. Die Genealogie des zweiten, weitverzweigten Stamms reicht ins letzte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Aus diesem Stamm gehen der Gemeindevorsteher Lorenz und sein Bruder, der Landtagspräsident und Regierungschef Otmar, hervor. Der dritte Stamm wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts begründet. Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts zweigte eine Linie nach Schellenberg ab. Herausragende Vertreter dieses Stamms waren der Gemeindevorsteher Johann und sein Sohn, der Landtagsabgeordnete und Gemeindevorsteher Johann Georg. Für den vierten Stamm lässt sich ab dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts eine zusammenhängende Genealogie erstellen. Aus diesem Stamm ging der Gemeindevorsteher Adam hervor. Die Genealogie des fünften Stamms reicht ins letzte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Der sechste Stamm wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts begründet und brachte den Landtagsabgeordneten Eugen hervor. Ein siebter, kleiner Stamm reicht ins dritte Viertel des 18. Jahrhunderts zurück und erlosch 1885. Aus Gamprin stammte Georg, Landammann der Herrschaft Schellenberg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er kann aufgrund der vorliegenden Quellen keinem Stamm zugeordnet werden.

d) Ruggell: Für die Hasler aus Ruggell können ab dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden. Der Stammbaum des ersten Stamms beginnt in dieser Zeit. Herausragender Vertreter dieses Stamms war der Arzt Wendelin. Der zweite Stamm wurde im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts begründet. Aus diesem Stamm gehen die Oberin Leoni und ihr Bruder, der Landtagsabgeordnete Beat, hervor. Der dritte Stamm, begründet im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts, erlosch 1925. Der vierte Stamm wanderte Mitte 19. Jahrhundert aus Mauren zu (Einkauf des Michael Hasler ins Gemeindebürgerrecht von Ruggell 1857).

e) Schellenberg: Für die Hasler aus Schellenberg können ab dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden. In dieser Zeit wurde der erste Stamm begründet. Die jüngere Linie, welche die historische Schreibweise des Namens Hassler mit Doppel-S beibehalten hat, brachte mehrere Schellenberger Gemeindevorsteher hervor: Johann Georg, seinen Grossneffen Andreas, dessen Neffen Alois sowie dessen Sohn Hermann. Zur Familie gehört auch die Landtagsabgeordnete Ingrid Hassler-Gerner. Der zweite Stamm, dessen Genealogie ins dritte Viertel des 18. Jahrhunderts zurückreicht, ist erloschen. Der dritte Stamm wanderte im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts aus Gamprin zu.

f) Mauren: In Mauren lassen sich drei kleine Hasler-Stämme feststellen. Die Genealogie des ersten Stamms, der 1908 erlosch, reicht in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Der zweite Stamm (erloschen 1911) wanderte 1820 aus Schellenberg zu, der dritte Stamm (erloschen 1919) 1856 aus Eschen.

Literatur

Tschugmell: Maurer Geschlechter, 1931, 81f.; Tschugmell: Maurer Geschlechter, 1941, 121; Tschugmell: Balzner Geschlechter, 1957, 72; Tschugmell: FB Balzers, 1966; Tschugmell: Stämme Schellenberg, 1977; Stammtafeln Ruggell, 1990; Stammtafeln Gamprin, 1995; Eschner Familienbuch 1, 1997; R. Goop: Menschen am Schellenberg 1, 2005, 82–87; FLNB II/3, 335–337.

Zitierweise

Jürgen Schindler, «Hasler (Hassler)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hasler_(Hassler), abgerufen am 23.2.2019.