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Hauszeichen

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Autor: Josef Eberle | Stand: 31.12.2011

Die bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts verwendeten Hauszeichen sind gut einkerbbare, einfache Zeichen zur Kennzeichnung des Eigentums. Jedes Haus bzw. jeder Haushälter hatte sein eigenes Zeichen, das sich auf den Nachfolger vererbte. Oft wurde die Stammform durch Zugaben erweitert.

Hauszeichen dienten in verschiedenen Gemeinden der Zeichnung von Gebrauchsgegenständen, hölzernem Milchgeschirr, Werkzeugen sowie allgemein Haus- und Feldgeräten. Besonders viele Hauszeichen wurden auf Heinzen (Holzgestellen zur Heutrocknung) gefunden. Viehschellen und Schellriemen wurden ebenso gezeichnet wie das Vieh selbst. Diesem wurde das Hauszeichen als Haarmal mit der Schere eingeschnitten. Dem Kleinvieh hängte man Holztäfelchen mit dem Hauszeichen um den Hals. Schafe, Ziegen und Schweine bekamen ein Ohrzeichen durch Variationen von Schnitten, Kerben und Löchern. Geschlagenes Holz liess sich durch die einfachen Formen der Hauszeichen leicht mit der Axt kennzeichnen und auch die in Triesenberg erhaltenen Alprechtshölzer (→ «Beigla») waren mit dem Hauszeichen versehen. Hauszeichen wurden auch als Grenzzeichen auf Markpfosten benutzt. Auf Schriftstücken dienten Hauszeichen den Schreibunkundigen als Zeichen der Willenserklärung.

Literatur

D. Beck: Die Hauszeichen von Triesenberg, in: JBL 40 (1940), 69–100; M. Wanger: Die Hauszeichen der Gemeinde Planken, in: JBL 68 (1968), 85–102; M. Wanger: Die Hauszeichen von Triesen, in: JBL 74 (1974), 101–129; E. Schafhauser: Zeichen und deren Verwendung im Raume der Gemeinden Eschen-Gamprin, in: JBL 76 (1976), 223–265; H. Jäger: Die Haus- und Holzzeichen von Mauren, in: JBL 77 (1977), 173–223.

Zitierweise

Josef Eberle, «Hauszeichen», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hauszeichen, abgerufen am 19.4.2019.

Medien

Axt mit Hauszeichen und Jahreszahl «1767» (Bildarchiv LLM).