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Heimatstil

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Autorin: Roswitha Feger-Risch | Stand: 31.12.2011

Der Heimatstil entwickelte sich Anfang 20. Jahrhundert als regionaler Baustil aus Jugendstil und Historismus. In Liechtenstein setzte der Heimatstil Ende 19. Jahrhundert ein, während dessen eigentliche Blütezeit in der Schweiz von 1905 bis 1914 dauerte. Der Stil wurde in den 1920er und 1940er Jahren wieder aufgenommen und lebt als Regionalismus bis in die Gegenwart weiter. Seit 1910 wird Heimatstil vom deutschen Architekten und Kunsthistoriker Peter Meyer (1894–1984) als Stilbezeichnung verwendet. Der Heimatstil stillt die bürgerliche Sehnsucht nach der eigenen, ländlichen Herkunft. Der Chaletstil in der Schweiz oder die cottage-Bewegung in England sind dem Heimatstil untergeordnet. Im Heimatstil äussert sich die Suche nach den eigenen Wurzeln in der Verwendung lokaler Baumaterialen und einheimischer Handwerkstraditionen. Einfachheit und Bescheidenheit sollten die Bauten ausdrücken.

Bedeutendster Vertreter des Heimatstils in Liechtenstein war Egon Rheinberger, der in Vaduz u.a. das Wohnhaus für Ferdinand Nigg, Beckagässle 10, im Heimatstil baute. Im Steg (Gemeinde Triesenberg) erweiterte er die Kapelle St. Wendelin und Martin nach dem Geschmack des Heimatstils. Ein bemerkenswerter Heimatstil-Bau war auch das Hotel «Schlössle» in Vaduz, welches nach tief greifenden Um- und Anbauten nicht mehr im ursprünglichen Aussehen erhalten ist. Das von Gustav von Neumann in Vaduz erbaute Haus der Forstverwaltung ist dem Heimatstil zugehörig, die charakteristischen, hölzernen Balkone und Fensterüberdachungen sind heute verloren.

Literatur

U. Jakob: Historismus und Heimatstil – Geschichte in Farbe, in: Bauen, 2000, 90–109; Heimatstil, Hg. E. Crettaz-Stürzel, 2 Bde., 2005; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007.

Zitierweise

Roswitha Feger-Risch, «Heimatstil», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Heimatstil, abgerufen am 23.2.2019.