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Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein (HVFL)

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Autor: Klaus Biedermann | Stand: 31.12.2011

Am 10.2.1901 in Vaduz gegründeter privatrechtlicher Verein mit dem Zweck, die «vaterländische Geschichtskunde» (Statuten 1901) bzw. die liechtensteinische «Geschichts- und Landeskunde und die Bildung des historischen Bewusstseins» (Statuten 2005) zu fördern. Der HVFL war die erste Institution, die sich mit Liechtensteins Vergangenheit und Gegenwart geistig-wissenschaftlich auseinandersetzte. In den ersten Jahrzehnten kam ihm die Rolle einer staatsnahen Kulturstelle zu, auch infolge der Zusammensetzung des Vorstands, in dem häufig Regierungsmitglieder vertreten waren.

Seit 1901 veröffentlicht der Verein ein Jahrbuch. 1912 erweiterte er seine Zielsetzung um die «Erhaltung der natürlichen und geschichtlich gewordenen liechtensteinischen Eigenart». Heimat- und Denkmalschutz, Archäologie und Museumsaufbau wurden zu wesentlichen Zuständigkeitsbereichen. Der Verein hatte Anteil an der Erarbeitung des ersten Naturschutzgesetzes (1933) und des ersten Denkmalschutzgesetzes (1944). Auf dessen Basis begann die Kunstdenkmäler-Inventarisierung, deren Resultate 1950 von Erwin Poeschel publiziert wurden. Wichtige Ergebnisse der archäologischen Forschung, deren Träger der Verein bis 1998 war, wurden im Jahrbuch publiziert. Die Vereinssammlungen bildeten 1954 die Grundlage für das Liechtensteinische Landesmuseum. Manche Aufgabenbereiche wurden mit der Zeit von anderen, jüngeren Institutionen weitergeführt. Doch übernahm der HVFL immer wieder die Trägerschaft für Forschungsprojekte, so für das «Liechtensteinische Urkundenbuch» (seit 1934), den «Vorarlberger Sprachatlas» mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein (1964– 2006), das «Liechtensteiner Namenbuch» (1981–2008), das «Historische Lexikon» (1988–2000) sowie die Neuinventarisierung der Kunstdenkmäler (1999–2011). 2005 erhielten über 800 Vereinsmitglieder das Jahrbuch zugestellt; im Rahmen des Schriftentausches wurden rund 140 Jahrbücher an historische Vereine und verwandte Institutionen im Ausland geschickt. Zudem erscheinen im Verlag des HVFL unregelmässig weitere Bücher. Oblag früher die gesamte Administration dem Vorstand, entlastet ihn seit 1991 eine Geschäftsstelle, die seit 1995 auch das Jahrbuch redaktionell betreut. 1991 wurde die erste Frau in den Vereinsvorstand gewählt, 2005–11 amtierte erstmals eine Präsidentin.

Archive

AHVFL.

Literatur

Klaus Biedermann: 1901 bis 2001: Die ersten 100 Jahre des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 100 (2001), S. 27–158.

Zitierweise

Klaus Biedermann, «Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein (HVFL)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Historischer_Verein_für_das_Fürstentum_Liechtenstein_(HVFL), abgerufen am 19.2.2019.

Medien

Der Vorstand des Historischen Vereins auf dem Burghügel von Gutenberg in Balzers anlässlich einer Besichtigung der aktuellen Ausgrabung, 1933 (Familienarchiv Rheinberger). Von links: die Vorstandsmitglieder Eugen Nipp, Egon Rheinberger, Anton Frommelt, Gabriel Hiener, der Vereinsvorsitzende Josef Ospelt sowie der als Experte und Berater beigezogene Professor Gero von Merhart von der Universität Marburg.
Vereinspräsidentinnen und -präsidenten