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Historismus

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Autorin: Roswitha Feger-Risch | Stand: 31.12.2011

Der Stil der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg wird Historismus genannt. Die Anfänge des Historismus lassen sich bereits kurz nach 1800 als Phänomen des Klassizismus und der Romantik erkennen. Im Historismus wurden den Stilen zurückliegender Kunstepochen spezifische Aussagen zugeordnet und entsprechend wurden diese für bestimmte Bauten (Kirchen, Rathäuser etc.) verwendet, um ihre architektonischen Aussage zu unterstreichen. Vielenorts wurde dies zum Anlass genommen, sich mittels historistischer Bauten zu definieren und ein Gefühl nationaler Zugehörigkeit zu entwickeln. Dieser Suche nach Identität fielen in Europa zahllose Bauten zum Opfer. In Liechtenstein wurden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Pfarrkirchen St. Florin in Vaduz, St. Laurentius in Schaan, St. Martin in Eschen, St. Fridolin in Ruggell und St. Nikolaus in Balzers im Stil des Historismus neu gebaut. Dem Historismus verdanken auch das Schloss Vaduz und das Rote Haus in Vaduz mit dem neu hinzugefügten, mittelalterlich anmutenden Turm ihr heutiges Aussehen, ebenso die Burg Gutenberg in Balzers. Die beiden Letzteren wurden von Egon Rheinberger umgestaltet. Erwähnenswert ist das Regierungsgebäude in Vaduz im Stil eines Spätrenaissance-Palastes, erbaut vom Wiener Architekten Gustav von Neumann. Bemerkenswertes Beispiel der Malerei und Innenraumgestaltung ist die Innenausmalung der Burg Gutenberg in Balzers.

Literatur

Poeschel: Kunstdenkmäler, 1950; Das Kirchabot, 1996; U. Jakob: Historismus und Heimatstil – Geschichte in Farbe, in: Bauen, 2000, 90–107; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007.

Zitierweise

Roswitha Feger-Risch, «Historismus», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Historismus, abgerufen am 19.2.2019.