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Hofstatt (Hofstattrecht)

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Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Die Hofstatt, auch hofreite (von mittelhochdeutsch reide für Umkreis, lateinisch area, in Bündner Urkunden lateinisch solamen) ist der Platz im Dorf, auf dem das Haus mit Nebengebäuden (Stall, Schopf, Scheiterhaus usw.), Torkel, umfriedetem Garten und Misthaufen steht. Mit der Hofstatt sind Rechte verbunden, die durch die Hofstatt und nicht durch das Haus vermittelt werden, besonders Nutzungsrechte an Feldflur und Gemeinland, Wald- und Weidenutzung, Alprechte, Bürgerrecht oder Ämterzugang. Dazu gehört auch das Recht, auf einer Hofstatt, und zwar nur hier, ein Gebäude neu zu errichten, mit dem die Hofstatt früher einmal besetzt war. Diese altem Gewohnheitsrecht entsprechende Vorschrift findet sich in der Triesner Gemeindeordnung von 1740 und wurde 1806 im fürstlichen Erlass über das Hausbauverbot für Liechtenstein bestätigt. Hofstatt und Hofstattrecht sind seit dem Spätmittelalter in Urkunden und Urbaren zahlreich überliefert.

Quellen

LUB I, LUB II.

Literatur

Büchel: Triesen, 1902, bes. 238f.; J. Büchel: Zur liechtensteinischen Bauordnung, in: JBL 32 (1932), 41–52, hier 44f.; K.S. Bader: Das mittelalterliche Dorf als Friedens- und Rechtsbereich, Bd. 1 (1957), 52–74, Bd. 2 (1962), 140, Bd. 3 (1973), 184–187.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Hofstatt (Hofstattrecht)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hofstatt_(Hofstattrecht), abgerufen am 19.2.2019.