Aktionen

Hohenems, Franz Wilhelm II. von

Wechseln zu: Navigation, Suche

Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

*1654, †27.8.1691 Peterwardein (Petrovaradin, heute zu Novi Sad in Serbien) nach der Schlacht bei Slankamen. Sohn des Franz Wilhelm I. und der Eleonora Katharina Landgräfin von Fürstenberg, vier Geschwister, u.a. Ferdinand Karl und Jakob Hannibal III. 3.4.1691 Aloisia Josepha von Liechtenstein (*1670, †29.8.1736), ein Sohn.

Franz Wilhelm II. widmete sich ganz einer militärischen Laufbahn. Wir finden ihn 1674 als Fähnrich in einer Kompanie des Starnbergischen Regiments in Dôle (Burgund). Als kaiserlicher Kämmerer und kriegserfahrener Offizier (Oberstleutnant und Kommandant des Pfalz-Neuburgischen Kürassier-Regiments) stand er beim Kaiser in hoher Achtung. Dies hatte zur Folge, dass der Kaiser ihn nach der Flucht des in Hohenems regierenden Grafen Franz Karl Anton (1650–1713) nach Heerbrugg 1687 am 1.7.1688 mit der Verwahrung der Festung Hohenems und der Verwaltung der Grafschaft Hohenems beauftragte und ihn somit seinem älteren Bruder Jakob Hannibal III. vorzog, der sich in Hohenems als Landesherr etablieren wollte. Am 9.4.1688 schlossen Franz Wilhelm II. und Jakob Hannibal III. mit den Untertanen der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg einen Steuervertrag (→ «Schnitz»). Am 27.8.1691 fiel Franz Wilhelm II., Administrator der Grafschaft Hohenems, gegen die Türken.

Die Achtung, die Franz Wilhelm II. v.a. vom Kaiser entgegengebracht worden war, hatte ihn als Hoffnungsträger erscheinen lassen, der vielleicht das Haus Hohenems vor dem Abstieg hätte bewahren können. Für die Landesgeschichte liegt seine Bedeutung nicht zuletzt in der ehelichen Verbindung mit dem Haus Liechtenstein; diese Ehe, auch wenn sie infolge des vorzeitigen Todes des Grafen nur wenige Monate währte, erleichterte den Übergang von Vaduz und Schellenberg an die Liechtensteiner.

Archive

Hausarchiv der Grafen von Hohenems im VLA.

Quellen

Kaufvertrag der Herrschaft Schellenberg 1699, Bearb. C. Gurt, 1999, S. 133–136.

Literatur

Květa Křížová, David Junek: Gemäldegalerie der Grafen von Hohenems: Katalog zur ständigen Schausammlung, Städtisches Museum und Galerie Polička, Polička 1999.

Peter Kaiser: Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein. Nebst Schilderungen aus Churrätien's Vorzeit, Chur 1847, neu hg. von Arthur Brunhart, Bd. 1, Vaduz 1989, S. 455–457.

Ludwig Welti: Die Entwicklung von Hohenems zur reichsfreien Residenz, in: Hohenems 1, 1975, S. 17–170, bes. S. 50.

Ludwig Welti: Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau – ein Beitrag zur Einigungsgeschichte Vorarlbergs, 1930, S. 150f.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Hohenems, Franz Wilhelm II. von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hohenems,_Franz_Wilhelm_II._von, abgerufen am 23.2.2019.

Medien

Franz Wilhelm II. von Hohenems, 1691. Ölgemälde eines unbekannten Künstlers. © Städtisches Museum und Galerie Polička (G os 150).