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Hovalwerk AG

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Autor: Christoph Maria Merki | Stand: 31.12.2011

Unternehmen der Metallindustrie mit Sitz in Vaduz. 1934 übernahm Gustav Ospelt (1906–1990) die von seinem Grossvater Christoph 1868 gegründete Schlosserei in Vaduz. Aus diesem Handwerksbetrieb, der u.a. Zentralheizungen montierte, entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg die auf Heiz- und Wärmetechnik spezialisierte Hovalwerk AG (Hoval: Heizapparatebau Ospelt, Vaduz, Liechtenstein). Bis 1956 produzierte die Firma Benzin- und Heizöltanks, 1945–60 Zentralheizungsherde. Bekannt wurde die Hovalwerk AG jedoch mit Zentralheizungskesseln. Einzelne Stücke waren seit 1933 hergestellt worden. Mit dem 1951 patentierten Hoval-Kessel, der die Zentralheizungstechnik revolutionierte, erhöhten sich die Stückzahlen: 1960 verliess der zehntausendste, zehn Jahre später der hunderttausendste Hoval-Kessel das Vaduzer Werk. Europaweit waren 1970 schon über 350 000 Hoval-Kessel in Betrieb. Sie wurden auch in ausländischen Tochterunternehmen (das erste entstand 1946 in Vorarlberg) sowie in Lizenz (1955 Vertrag mit dem deutschen Krupp-Konzern) hergestellt. 1969 besass die Hovalwerk AG Tochterwerke in Österreich, England, Frankreich und Italien; Lizenznehmer gab es in Deutschland, den Niederlanden und Schweden. Die meisten der in Liechtenstein hergestellten Kessel gingen in die Schweiz. Heute ist die Hoval-Gruppe in über 50 Ländern vertreten. In Liechtenstein befinden sich das Management und die Entwicklungsabteilung der Gruppe sowie ein Werk in Vaduz. Dieses produziert Heizkessel für Öl, Gas und feste Brennstoffe, Verbrennungsanlagen für die Wärmegewinnung aus Abfall sowie Hallenlüftungsgeräte und Plattenwärmetauscher für die Wärmerückgewinnung in Lüftungs- und Klimaanlagen. Bis 2006 gab es einen Standort in Schaan; die dortige Produktion wurde in das 2005 eröffnete Werk der Hoval-Gruppe in Istebné (Slowakei) verlegt. Die Zahl der Beschäftigten in Liechtenstein kulminierte um 1970. Seither hat sie sich infolge von Rationalisierungsmassnahmen fast halbiert. Beschäftigte: 1942 14; 1951 75; 1966 462; 1970 549 (Liechtenstein); 1973 3500 (Konzern); 1985 364 (Liechtenstein); 1994 400 (Liechtenstein), 1300 (Konzern); 2003 290 (Liechtenstein), 990 (Konzern). Umsatz: 1975 35 Mio. Fr., 1994 93 Mio. Fr., 2003 91 Mio. Fr. (Hovalwerk); 1975 141 Mio. Fr., 1994 275 Mio. Fr., 2003 225 Mio. Fr. (Hoval-Gruppe).

Literatur

G. Ospelt: Erfüllte Jahre, 1986.

Zitierweise

Christoph Maria Merki, «Hovalwerk AG», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hovalwerk_AG, abgerufen am 20.2.2019.

Medien

Ehemaliges Produktionsgebäude an der Herrengasse in Vaduz, 1947 (LI LA). Foto: Walter Wachter, Schaan.