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Jauch, Jakob Josef

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Autor: Franz Näscher | Stand: 31.12.2011

Priester. *8.5.1802 Sebastianowska (Russland), †5.12.1859 Neapel (I), reformiert, ab 1824 katholisch, Schweizer. Gymnasium in Sarepta (Russland), 1823–24 Studium in Basel, 1824–27 Sprachstudium in Italien, ab 1828 Studium der Theologie in Luzern und Chur, Priesterweihe am 1.6. 1833. 1833–37 Seelsorger im Elsass und 1837/8–50 in London, 1850–52 Erholung. 1852–56 Frühmesserprovisor in Balzers. Jauch versuchte, die Lage der Bevölkerung durch Förderung der schulischen, landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildung zu verbessern. Er stellte 1853 in Wien Fürst Alois II. seine Ideen vor. Auf Jauchs Initiative kaufte 1854 Fürstin Franziska ein Grundstück in Balzers für den Bau einer Bildungsanstalt (→ Haus Gutenberg), für die er als Leiter vorgesehen war. Jauch gilt als Verfasser des Textes der liechtensteinischen Landeshymne. Er war ein weltgewandter, gebildeter und sozial denkender Priester, der wegen seiner fortschrittlichen Haltung bei vielen auf Unverständnis und Ablehnung stiess. Wohl deshalb musste Jauch im August 1856 auf Anordnung des Bischofs von Chur das Land verlassen, obwohl sich die Gemeinde Balzers für seinen weiteren Verbleib eingesetzt hatte. Ab 1856 Feldprediger in Italien.

Literatur

F. Büchel: Geschichte der Pfarrei Balzers, 1982, 186f.; P. Vogt: Das Institut Gutenberg (1854–1935), in: Haus Gutenberg, Hg. L. Zink et al., 1985, 37–45; LVa., 22.5.1986; F. Büchel: Beiträge zur Geschichte 842–1942, 1987, 225–229; E. Vogt: Pater Jauch – ein früher Pionier?, in: Fabriklerleben, 1994, 231–233; Vogt: Balzers, 1995–98, Bd. 1, 18, 20, 59–60, Bd. 3, 468f., 472, 501; Näscher: Beiträge 1, 2009, 262f.

Zitierweise

Franz Näscher, «Jauch, Jakob Josef», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Jauch,_Jakob_Josef, abgerufen am 15.2.2019.