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Kalter Krieg

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Autor: Donat Büchel | Stand: 31.12.2011

1947–89 dauernder Gegensatz zwischen den beiden Weltmächten USA und UdSSR einschliesslich ihrer jeweiligen Verbündeten. Das aussenpolitisch weitgehend auf die Schweiz ausgerichtete Liechtenstein war wie diese neutral und stand ideologisch, staatspolitisch und wirtschaftlich auf Seiten des Westens. Von der Angst vor einem möglichen Angriff der Sowjetunion geprägt war etwa die Debatte um die Abtretung des Ellhorns an die Schweiz 1948. Die atomare Bedrohung führte ab den 1960er Jahren zum Ausbau des Zivilschutzes. 1964/65 liess die Regierung einen atombombensicheren Kommandobunker in Vaduz errichten. Politik, Bevölkerung und Presse verurteilten den Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in Ungarn 1956 und in die Tschechoslowakei 1968. 1973 wurde die Aufnahme von sozialistischen Flüchtlingen aus Chile abgelehnt. Liechtenstein unterzeichnete 1975 die Schlussakte der KSZE. Das Land boykottierte zweimal die Olympischen Spiele, 1956 jene in Melbourne aus Protest gegen die Niederschlagung des Ungarnaufstands, 1980 jene in Moskau wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan. 1982 entfernte die Regierung ein in der DDR verfasstes Lehrmittel aus dem Unterricht des Liechtensteinischen Gymnasiums.

Literatur

Liechtenstein 1938–1978, 1978; Liechtenstein 1978–1988, 1988.

Zitierweise

Donat Büchel, «Kalter Krieg», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kalter_Krieg, abgerufen am 19.2.2019.