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Kapelle Maria zum Trost

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Autor: Harald Wanger| Stand: 31.12.2011

Katholische Kapelle, Gemeinde und Pfarrei Schaan, Ortsteil Dux, 525 m ü.M. Anstelle einer kleinen Vorgängerkapelle um 1716 erbaut, stellt die Kapelle Maria zum Trost einen ländlichen Vertreter barocker sakraler Baukunst dar. Gegen Osten gerichteter, ungegliederter Bau mit gewalmtem Satteldach. 1743 Konsekration auf den Namen «Maria zum Trost». 1789 Anbau des Turms, 1829 der Vorhalle an der Westseite. Zahlreiche Votivtafeln weisen auf eine rege Wallfahrt hin. Im dreiseitig geschlossenen Chor Ädikula-Altar mit dem Gnadenbild (Bekleidungsmadonna mit Kind, um 1740). Der linke Seitenaltar zeigt eine hl. Magdalena und im Giebelbild den Evangelisten Johannes, der rechte eine Darstellung des hl. Georg im Kampf mit dem Drachen, im Giebelbild die hl. Agatha. An der Nordseite Kruzifix mit Muscheldekor (um 1700), an der Südseite Kopie eines bemerkenswerten Votivbilds, das ein Lager des österreichischen Regiments Breis bei Dux im Jahr 1796 darstellt (Original LLM). An der Emporenbrüstung Bilder zum freudenreichen Rosenkranz von Josef Walser (1746), ebenso in der Vorhalle als Deckenmedaillons von Mathias Jehly aus Bludenz (1834). Langhaus unter zierlicher Kassettendecke mit Régence-Ornamentik.

Während des Zweiten Weltkriegs weihte am 25.3.1940 Fürst Franz Josef II. Land und Familie der Gottesmutter auf Dux, worauf die Kapelle den Namen «Unsere liebe Frau von Liechtenstein» erhielt; der Name setzte sich jedoch nicht durch. Bei seinem Aufenthalt in Liechtenstein besuchte am 8.8.1985 Papst Johannes Paul II. die Kapelle (Erinnerungstafel über der Eingangstüre und Bronzedenkmal nördlich der Kapelle). 1943 Renovation und Neugestaltung der Umgebung. In eine parkähnliche Landschaft setzte man 14 Stationenplastiken von Gottfried Hilti. 1996–97 Renovierung mit Rückführung zur ursprünglichen Bemalung.

Literatur

Büchel: Schaan, 1927, 60–62; Poeschel: Kunstdenkmäler, 1950, 98–103; H. Wanger: Die Pfarrei Schaan-Planken in Geschichte und Gegenwart, 1991; H. Wanger: Die Kirchen und Kapellen von Schaan, 1998; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 364–372.

Zitierweise

Harald Wanger, «Kapelle Maria zum Trost», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kapelle_Maria_zum_Trost, abgerufen am 22.2.2019.

Medien

Kapelle Maria zum Trost, Schaan, 1974 (GAS).