Aktionen

Kapelle St. Mamertus

Wechseln zu: Navigation, Suche

Autorin: Judith Niederklopfer-Würtinger | Stand: 31.12.2011

Katholische Kapelle, Gemeinde und Pfarrei Triesen, 561 m ü.M. Vermutlich erster Kirchenbau in Triesen. Erste Erwähnung 1415. 1492 (1494?) stiftete Ludwig von Brandis einen spätgotischen Hochaltar (heute in der Pfarrkirche St. Gallus), 1494 eine Kaplaneipfründe. Das Visitationsprotokoll von 1640 bemängelte die Baufälligkeit der Kapelle, die erst 1730 behoben wurde. 1818–19 und 1821 umfassende Renovierungen; 1930–32 Turmrenovierung, 1967–68 Renovierung, Freskenzyklus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts freigelegt; 2003–05 umfassende Renovierungen, Holzdatierungen: Turmschaft 1347, Dachstuhl auf Turm und Schiff 1439.

Nach Osten gerichtetes hochmittelalterliches Langschiff mit halbrunder, erhöhter Apsis. Eingangshalle mit Pultdach an der Westseite. Schiff, Chor und Vorzeichen mit Schindeldächern. Markanter Turm an der Nordseite des Schiffs aus unverputztem Natursteinmauerwerk, gezimmerte offene Glockenstube, mit achteckigem mit Holzschindeln eingedecktem Spitzhelm. Grabungen 1901 und 1933 dokumentieren eine Umfassungsmauer sowie Reste von Gebäuden und Gräbern. Weitere Grabungen 1967–68 und 1985 konnten keine endgültige Klärung zur Baugeschichte und Funktion der Gebäudereste und Umfassungsmauer geben. Ausstattung: Kopie einer Pietà-Holzskulptur, zweite Hälfte 14. Jahrhundert (Original im LLM).

Literatur

Poeschel: Kunstdenkmäler, 1950, 120–129; M. Wanger: Die Kapelle St. Mamertus in Triesen, in: JBL 69 (1969), 259–274. J. Bill, H. Etter: Triesen St. Mamertus, in: JBL 87 (1987), 225–247; Sennhauser: Katalog, 2003, 190f.; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 136–141.

Zitierweise

Judith Niederklopfer-Würtinger, «Kapelle St. Mamertus», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kapelle_St._Mamertus, abgerufen am 15.2.2019.

Medien

Kapelle St. Mamertus, Triesen, (LI LA). Foto: Walter Wachter, Schaan.