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Kartoffel (Erdapfel, Grundbirne)

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Autor: Alfred Stefan Weiss | Stand: 31.12.2011

Die Mitte des 16. Jahrhunderts aus Südamerika nach Europa gebrachte Kartoffel wird in Liechtenstein erstmals 1751 in einer Lehensurkunde des Klosters St. Luzi erwähnt. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts kam der Kartoffel wenig Bedeutung zu, da Getreide und besonders der Mais die Bevölkerung in wetterbegünstigten Jahren ausreichend ernährten. Für ihre allgemeine Einführung sorgte Landvogt Franz Xaver Menzinger, der 1790 Kartoffeln erwarb und diese kostenlos verteilen liess. Die Hungersnöte der Jahre 1805–06 und 1816–17 beschleunigten die Verbreitung der nahrhaften und ertragreichen Kartoffel, die bald die neben dem Mais bedeutendste Anbaufrucht in Liechtenstein war (1871 30 % der Ackerfläche). Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts büsste sie ihre dominierende Stellung ein (1960 340 ha Anbaufläche, 1990 35 ha).

Literatur

Ospelt: Wirtschaftsgeschichte, 1972, 164f.; Werdenberger Jahrbuch 2008, Jg. 21 (2007).

Zitierweise

Alfred Stefan Weiss, «Kartoffel (Erdapfel, Grundbirne)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kartoffel_(Erdapfel,_Grundbirne), abgerufen am 19.2.2019.