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Kasimir, Luigi

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Autorin: Rita Vogt-Frommelt | Stand: 31.12.2011

Grafiker. *18.4.1881 (Alois Heinrich Kasimir) Pettau (Ptuj, Slowenien), †6.8.1962 Wien, Österreicher. 1900–05 Studium an der Wiener Akademie und 1906–07 an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, Wien. 1905 erste Ausstellung im Wiener Künstlerhaus mit kleinen Aquarell-Veduten. Ab 1908 entwickelte Kasimir eine neue Technik der Farbradierung, welche die handkolorierten Schwarz-Weiss-Radierungen des 19. Jahrhunderts ablöste. Er war einer der profiliertesten und produktivsten Grafiker Österreichs und ist v.a. durch seine Stadtveduten bekannt. Kaiser Franz Josef I. ernannte ihn zum Professor der bildenden Künste. Kasimir war Mitglied des liechtensteinisch-österreichischen Konsortiums, das 1919–22 den Vertrieb der liechtensteinischen Briefmarken übernahm (→ Briefmarkenaffäre). Für dieses gestaltete er etliche Briefmarken. Zudem schuf er die Bilder des liechtensteinischen Notgelds und – teils in Zusammenarbeit mit seiner Frau Tanna Kasimir-Hoernes – Farbradierungen mit Ansichten aus Liechtenstein (u.a. Rotes Haus, Vaduz; Kapelle St. Mamertus, Triesen; Kirchhügel Bendern). Vor 1938 war Kasimir Mitglied der illegalen österreichischen NSDAP. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er deswegen in Österreich zu Zuchthaus verurteilt. Zudem sass er wegen Bereicherung an arisiertem jüdischem Eigentum in Untersuchungshaft.

Archive

AHLFL.

Literatur

W. Segmiller: Kunst und Geschichte der liechtensteinischen Briefmarken, o.J., 58–65, 68; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart 19, 582f.; H. Schüttler: Luigi Kasimir, 1944.

Zitierweise

Rita Vogt-Frommelt, «Kasimir, Luigi», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kasimir,_Luigi, abgerufen am 16.2.2019.

Normdaten

GND: 116061995